Aller guten Dinge sind drei!

Herzlich willkommen am Standort München!

GKS, Bereich Süd, Kreis München

 Bild: Oberstabsfeldwebel Mike Ressel

Nachdem die Amtseinführung die ersten beiden Male aufgrund der pandemischen Lage verschoben werden musste, konnten die zahlreich erschienenen Gäste mit Militärdekan Gunther Nagel am 15.06.2021 nun endlich (nach über einem Jahr „Wartezeit“) im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes dessen Amtseinführung in der Ernst-von-Bergmann-Kaserne in München feiern. Bei bestem Wetter und begleitet vom Orgelspiel des evangelischen Pfarrhelfers Günter Dehmel wurde Militärdekan Gunther Nagel durch den Evangelischen Leitenden Militärdekan Ralf Zielinski, in Begleitung von Militärdekan Jürgen Andreas Eckert (Katholisches Militärpfarramt München/stellvertretender Katholischer Leitender Militärdekan) und Diakon Maik Richter (Kirchengemeinde Dankeskirche München und Versöhnungskirche - Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde München), unter dem erst vor Kurzem errichteten Birkenkreuz in sein „neues“ Amt eingeführt, welches er bereits seit Februar 2020 bekleidet. Den anschließenden Grußworten, in welchen auch der GKS-Kreis München Militärdekan Gunther Nagel herzlich willkommen hieß und ihm seine Unterstützung und seine Zusammenarbeit anbot, folgte dann, getreu dem Motto „nicht nur der Seele, auch dem Körper etwas Gutes tun“, ein Brezenfrühstück, welches dieses „Was lange währt, wird endlich gut.- Ereignis“ würdig abgerundet hat.

Text: Hauptmann Stefan Nüßle, Vorsitzender GKS-Kreis München

 

newsVor 60 Jahren: Bau der Berliner Mauer

Eine Nacht-und-Nebel-Aktion mitten im Sommer 1961 bescherte den Einwohnern Berlins ein böses Erwachen und zementierte endgültig die deutsch-deutsche Teilung - bis 1989. Über berühmte Zitate und bewegende Szenen.


Von Joachim Heinz (KNA)

 Foto: iStock

Eigentlich war zu dem Vorgang alles gesagt. Am 15. Juni 1961 trat DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht vor die Presse und dementierte Gerüchte, wonach Ost-Berlin die Grenzen in der Stadt schließen wolle. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, wiegelte Ulbricht ab. Knapp zwei Monate später schuf das SED-Regime Tatsachen. Mit der „Operation Rose“ machten Ulbricht und Co. vor 60 Jahren, am 13. August, das letzte Schlupfloch dicht, durch das vor allem die Werktätigen des Arbeiter- und Bauernstaates in Scharen zum sogenannten kapitalistischen Klassenfeind in den Westen überliefen, zuletzt bis zu 2.000 Personen an einem Tag.
Während Spaßvögel errechneten, dass Ostdeutschland bis etwa 1980 leer sein würde, wuchs der Druck auf Ulbricht und den sowjetischen Kremlchef Nikita Chruschtschow. Der hatte eigentlich vor, die westlichen Alliierten aus Berlin hinauszudrängen. Doch bei den USA, Frankreich und Großbritannien biss er auf Granit - und gab stattdessen Anfang August den Genossen in der DDR endgültig grünes Licht für die Abriegelung der Grenzen zwischen dem Ost- und dem Westteil der Metropole. Zu diesem Zeitpunkt liefen unter dem damals 48-jährigen Erich Honecker bereits die Vorarbeiten für die Geheimaktion. Der Auftrag lautete, handstreichartig rund 43 Kilometer innerstädtische Grenze sowie die knapp 112 Kilometer lange Außengrenze von West-Berlin zum ostdeutschen Hinterland zu schließen.
Das alles sollte mit einem massiven Armee- und Polizeiaufgebot, unterstützt von Staatssicherheit und Betriebskampfgruppen bis zum frühen Morgen des 13. August erledigt sein. Beinahe wäre die Sache allerdings wegen Materialmangels schiefgegangen. Drei Wochen vor dem Termin stellten die Verantwortlichen fest, dass unter anderem noch 2.100 Betonsäulen und 303 Tonnen Stacheldraht fehlten. Eilends orderten Honeckers Leute bei Herstellern im Westen nach.

Honeckers Chef Ulbricht lud die DDR-Führung für den Abend des 12. August zu einer Gartenparty ins Gästehaus der Regierung am Großen Döllnsee ein. „Wir halten jetzt noch eine kleine Sitzung ab“, verkündete er Punkt 22.00 Uhr den verdutzten Funktionären, von denen einige bereits leicht angetrunken waren. Erst zu diesem Zeitpunkt erfuhren die meisten von ihnen, was tags darauf geschehen sollte. „Alle einverstanden?“, fragte Ulbricht in die Runde. Widerworte sind keine überliefert.

Die nachfolgenden Stunden und Tage waren geprägt durch hektische aber letzten Endes ergebnislose diplomatische Betriebsamkeit - und dramatische Szenen in der nun tatsächlich geteilten Stadt. Rund 150 Ostdeutsche schwammen in den ersten Tagen nach dem 13. August durch den Teltow-Kanal in den Westen der Stadt. Ein Foto des 19- jährigen Volkspolizisten Conrad Schumann, der am 15. August 1961 die bereits errichteten Barrikaden überwand, ging als „Sprung in die Freiheit“ um die Welt.

Am 24. August dann die erste Tragödie: Günter Litfin wird bei dem Versuch, die Spree schwimmend zu durchqueren, von DDR-Polizisten erschossen. Er ist der erste von mindestens 140 Menschen, die an der Mauer ihr Leben verlieren. Der „antifaschistische Schutzwall“ hält bis zu der von den Menschen in der DDR herbeigeführten Wende 1989 dicht.

Das Ende besiegelte abermals eine Pressekonferenz. Am 9. November verkündete der Sprecher des SED-Politbüros, Günter Schabowski, die Reisefreiheit für alle Bürger des Landes. Auf die Frage, wann denn die Regelung in Kraft treten solle, stammelte der in seinen Unterlagen blätternde Schabowski die legendären Worte: „Das tritt... nach meiner Kenntnis ist das sofort... unverzüglich.“

newsPressemitteilung:

Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) fordert eine unabhängige und ehrliche Untersuchung und Evaluierung des Afghanistan-Einsatzes von 2001 bis 2021

GKS

Auf Antrag der Bundesregierung stimmte der Deutsche Bundestag am 22. Dezember 2001 einer Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO zu. Über verschiedene Zwischenschritte wurde der Einsatz im Januar 2015 zu einer NATO-Mission zur Ausbildung und Beratung sowie Unterstützung afghanischer Streitkräfte im Rahmen Resolut Support (RS). Nach fast 20 Jahren wird der Einsatz im September 2021 beendet werden. Mehr als 150.000 deutsche Soldat*innen war in dieser Zeit ins Afghanistan eingesetzt, 59 von ihnen verloren dabei ihr Leben, viele wurden verletzt.
Aus unserer Sicht erfordert es daher eine kritische Auseinandersetzung, Analyse und Rekonzeption (Lessons-learned) laufender und zukünftiger Einsätze deutscher Kräfte auf Grundlage des zu Ende gehenden Afghanistan-Einsatzes.
Die Bilanzierung und Aufarbeitung müssen dabei alle Bundesministerien und deren nachgeorderten Bereiche, die sich in Afghanistan engagiert haben, in den Blick nehmen. Insbesondere das Auswärtige Amt und die Bundesministerien für Verteidigung sowie Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind hier gefordert.
Diese Bilanzierung ist nicht nur nötig, sondern das oberste Gebot um die Verantwortung des Deutschen Bundestages gegenüber den deutschen polizeilichen, zivilen und militärischen Kräften, aber auch um dem Status der Bundeswehr als Parlamentsarmee Rechnung zu tragen. Diese Aufgabe könnte eine durch den 20. Deutschen Bundestag eingesetzte unabhängige Kommission übernehmen, um dem Grundsatz der Gewaltenteilung in unserem demokratischen System gerecht zu werden und Regierungshandeln nicht durch Regierungskommissionen überprüfen zu lassen. Die dabei gewonnenen Ergebnisse müssen in ein überarbeitetes ganzheitliches Konzept für zukünftige mandatierte Einsätze des Deutschen Bundestages münden.

Berlin, den 23. Juni 2021

Wehrbeauftragte Högl schlägt Einrichtung einer Enquete-Kommission zum AFG-Einsatz vor

Auch die Wehrbeauftragte des Bundestages, Frau Dr. Eva Högl, wünscht sich eine öffentliche Debatte und intensive Bilanzierung des gesamten Afghanistan-Einsatzes. Um der besonderen Verantwortung des Bundestages gegenüber den Soldatinnen und Soldaten und der Bundeswehr als Parlamentsarmee gerecht zu werden, schlägt sie die Einrichtung einer Enquete-Kommission zum Afghanistan-Einsatzes ein. 

https://www.deutschlandfunk.de/afghanistan-einsatz-wehrbeauftragte-hoegl-wuenscht-sich.1939.de.html?drn:news_id=1274500

Austausch mit dem Militärbischof zur Zukunft der Laienarbeit in der Militärseelsorge

GKS

Helmut JermerVertreter der GKS tauschten sich am Wochenende in Magdeburg mit dem Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Dr. Franz Josef Overbeck, über die Möglichkeiten einer attraktiven und zukunftsfähigen Ausgestaltung der katholischen Militärseelsorge und insbesondere der Laienarbeit in der Militärseelsorge aus.

 

Einzelheiten zu den Überlegungen der GKS lesen Sie im AUFTRAG 309, der Ende Juli 2021 erscheint.

Aufruf zur unbürokratischen und schnellen Aufnahme der AFG-Ortskräfte in Deutschland

Antoine de Saint Exupery, Der kleine PrinzAntoine de Saint Exupery, Der kleine Prinz 

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich,
was du dir vertraut gemacht hast ",
heißt es im Kleinen Prinz von Antoine de Saint Exupery
und das gilt auch hier!"

Die GKS unterstützt nachdrücklich die Initiative des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), zur unbürokratischen und schnellen Aufnahme afghanischer Ortskräfte in Deutschland.
Die Maßnahmen zum Rückzug der deutschen Soldaten haben gerade begonnen und die circa 500 afghanischen Ortskräfte, die oft viele Jahre für die Bundeswehr, die deutsche Polizeiausbildungsmission, diplomatische Missionen und die staatlichen Zwecke der Entwicklungszusammenarbeit tätig waren, fürchten um Sicherheit und Leben für sich und ihrer Familienangehörigen. Die Taliban haben bereits klar gemacht, dass sie die Ortskräfte als Kollaborateure betrachten und zur Verantwortung ziehen wollen.

Den Aufruf in voller Länge und mit den Erstunterzeichnenden finden Sie unterhalb von diesem Artikel.

Nachruf auf Oberstleutnant a.D. Helmut Jermer

GKS / Bund / Helmut Jermer

Helmut JermerAm 18. Mai 2021 erreichte die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) die Nachricht, dass ihr langjähriges Mitglied Oberstleutnant a.D. Helmut Jermer am 23. April d.J. überraschend verstorben ist.
Helmut Jermer hatte sich seit Mitte der 1980er Jahre − auf dem Höhepunkt der in Gesellschaft und Kirchen geführten Diskussion um eine ethische Begründung des militärischen Dienstes − in der GKS engagiert. Hier fand Helmut Jermer Gleichgesinnte, mit denen er seine Position − „Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, verstehe sich als Diener der Sicherheit der Völker …“ – in den Meinungsprozess von Kirche, Politik und Gesellschaft einbringen konnte. Als 1985 die GKS einen Sachausschuss „Sicherheit und Frieden“ gründete, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich dort mit seiner Diskussionserfahrung und Argumentationssicherheit über Jahrzehnte einzubringen.
Bei der Bearbeitung eines Grundsatzprogramms der GKS „Gemeinsam in die Zukunft! Ziele und Wege“ im Jahr 1986 und dessen Weiterentwicklung 2010 nahm H. Jermer wesentlichen Einfluss auf die Formulierung und den Inhalt von „Leitsätzen“, „Prinzipien“ und „Selbstverständnis“ der GKS. Im Jahr 1987 billigte die Bundeskonferenz seinen ästhetisch ansprechenden Entwurf für ein „Kreuz der GKS“, das durch seine Kreis-Symbolik unsere Gemeinschaft versinnbildlicht und heute das Traditionszeichen der GKS ist.
Besonders am Herzen lag Helmut Jermer die „Innere Führung“ als „neue und originäre Führungskultur der Bundeswehr“. Als 1989 ein Sachausschuss „Innere Führung“ gegründet wurde, war er sofort zur aktiven Mitarbeit bereit und übernahm nach einigen Monaten auch bis 2001 impulsgebend dessen Leitung.
Die Positionen der GKS und seine eigenen klaren Gedanken zu Frieden, Sicherheit, Führungskultur und Selbstverständnis heutiger Soldaten hat er in zahlreichen Beiträgen zur Verbandszeitschrift AUFTRAG der GKS zum Ausdruck gebracht.
In den Jahren 2003 bis 2005 übernahm Oberstleutnant a.D. Jermer die Aufgabe des Pressesprechers der GKS. Auch in dieser Tätigkeit blieb er ein kritischer Geist, der keiner Diskussion über friedensethische Fragen aus dem Weg ging.
Sein großes Engagement für die Kirche unter Soldaten endete nicht an den Grenzen der Militärseelsorge, sondern war auch darüber hinaus sichtbar. GKS KreuzDie Mitgliedschaft im ZdK (1988 – 2000) sowie in der ständigen Arbeitsgruppe „Dienste für den Frieden“ der Kommission Justitia et Pax nutzte Jermer dazu, die Sicht katholischer Soldaten auf die friedensethischen Grundfragen einzubringen und um Verständnis dafür zu werben.
Bis zu seinem Tode war es für Helmut Jermer eine Selbstverständlichkeit, offen und ehrlich seine Meinung in die GKS hineinzutragen und damit Diskussionen anzustoßen. Seine Ratschläge und Gedanken waren unserer Gemeinschaft viele Male eine wertvolle Hilfe.
Wir werden das Andenken an Oberstleutnant a.D. Helmut Jermer in Ehren halten und bitten unseren Herren und Gott, ihm den Frieden zu schenken.

Andreas Quirin
Stabshauptmann und Bundesvorsitzender

Logo online seminareHerzliche Einladung zum GKS-Online-Seminar

GKS / Bund / Online-Seminar 

Josef König


am Mittwoch,

den 26. Mai 2021, um 19.30 Uhr

mit Erik Händeler

 

„Die Bauern des Mittelalters folgten den vorgegebenen Ackerfurchen und hatten kaum etwas zu entscheiden. Die Arbeiter der Industrialisierung vegetierten neben der Maschine dahin. Doch jetzt in der Wissensgesellschaft, in der die Menschen ständig mit anderen über Einzelinteressen hinweg größere Projekte bearbeiten, gerät der Blick auf das Verhalten des einzelnen in das Zentrum der wirtschaftlichen Entwicklung. … Längst haben die elektronisch gesteuerten Maschinen die meiste materielle Arbeit übernommen, und Computer leisten die strukturierte Wissensverarbeitung wie Gehaltsabrechnung oder Robotersteuerung. Was an Beschäftigung wächst, ist die Arbeit am Menschen und die Arbeit mit Wissen: planen, organisieren, beraten, verstehen was der Kunde meint. Das hat andere Regeln für Produktivität als früher an der Stanzmaschine notwendig waren: Umgang mit Wissen ist Umgang mit anderen Menschen, die man unterschiedlich gerne mag, unterschiedliche gut kennt und mit denen man unterschiedliche berechtigte Interessensgegensätze hat. Ihr Zusammenwirken – oder ihr destruktives Verhalten - bestimmen den Wohlstand. Die individuelle Ausdifferenzierung in der Gesellschaft ist an einem maximalen Punkt angekommen, so dass längst wieder überindividuelle Ziele und kooperative Verhaltensweisen zunehmen, um den Alltag besser bewältigen zu können.“, so schreibt Erik Händeler in seinem Artikel im AUFTRAG 308.
Und folgert daraus, dass die (Neu-)Schaffung einer Vision des „Wie“ des Zusammenlebens unerlässlich sei und dass darin die Chance des Christentums liege, denn im Evangelium werde genau eine solche Vision dargelegt. Von ihr gelte es zu erzählen, sie zu bedenken und auf das heute, hier und jetzt anzuwenden.
Im Online-Seminar wird uns

Erik Händeler

seine Überlegungen und Schlussfolgerungen vorstellen und dann wird viel Zeit sein, miteinander darüber ins Gespräch zu kommen.
Erik Händeler ist freier Wirtschaftsjournalist, Buchautor, Zukunftsforscher, Keynote-Speaker und – wichtig gerade für dieses Thema - aktiver und engagierter Katholik. Ihn treibt die Frage um, wie wir unsere Zukunft in Gesellschaft und Kirche gut gestalten können und er findet im Evangelium Antworten, die nicht nur für Christen nachvollziehbar und schlüssig sind.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit einer spannenden Diskussion zu einer philosophischen, aber keineswegs theoretischen Frage.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.

Um alles gut vorbereiten zu können, bitten wir um

Anmeldung bis zum 26. Mai 2021, 8.00 Uhr

unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Digitale Bundeskonferenz 2021

Digitale Bundeskonferenz 2021Digitale Bundeskonferenz 2021 

Am 7. und 8. Mai 2021 führte die GKS ihre Bundeskonferenz der Corona-Pandemie geschuldet erstmals digital durch.

Die Anspannung war bei den Verantwortlichen mit Händen zu greifen als der Zeitpunkt der Eröffnung der digitalen Konferenz näher rückte. Würde alles so klappen, wie wir es geplant hatten? Würde die Technik funktionieren? Würde es eine Bundeskonferenz werden, bei der wir unsere drei B – Begegnung, Bildung, Besinnung – mit Leben füllen würden? Diese Fragen führte beim ein oder anderen Verantwortlichen zu einer kurzen Nacht. – Rückblickend kann gesagt werden: Es hat sich gelohnt!

Der technische Ablauf, zum Teil mit zwei digitalen Tools, um sowohl das Meeting durchzuführen als auch die geheimen Bundesvorstandswahlen wirklich geheim und rechtssicher durchzuführen, verlief nahezu reibungslos – und die wenigen Schwierigkeiten konnten kompetent und schnell beseitigt werden.

Mit bis zu 55 Teilnehmenden, davon 44 stimmberechtigten Delegierten, war die Konferenz gut besucht. Und sowohl die Delegierten als auch die Gäste „fremdelten“ sehr rasch nicht mehr mit dem zumindest für eine Bundeskonferenz doch ungewöhnlichen Medium. So wurden auch die Pausen zum regen Austausch genutzt, ganz ähnlich wie es auch am Kaffeetresen gewesen wäre, wenn wir uns in Präsenz getroffen hätten. Und beim digitalen Kaminabend, bei dem sich die Delegierten am Freitagabend in „breakout rooms“ in kleinen Ruppen zum informellen Beisammensein im Cyberraum trafen, wurde intensiv diskutiert und auch die persönliche Begegnung kam nicht zu kurz.

Hier einige „Splitter“, die einen Eindruck von der Bundeskonferenz geben:

Bundeskonferenz

Eröffnung der Bundeskonferenz durch Stabshauptmann Andreas Quirin

Der Bundesvorsitzende der GKS, Stabshauptmann Andreas Quirin, hat die diesjährige Bundeskonferenz eröffnet. Es sei dem Bundesvorstand nicht leichtgefallen, die Bundeskonferenz digital durchzuführen, weil „Aspekte im zwischenmenschlichen Bereich schwer über den Bildschirm zu transportieren sind“, sagte er in seiner Begrüßungsrede. Die Corona-Pandemie hat den Verantwortlichen aber keine Wahl gelassen. Der Bundesvorsitzende war sich jedoch zu jeder Zeit sicher, dass auch auf dem digitalen Weg die Bundeskonferenz, – in der auch ein neuer Bundesvorstand gewählt würde –, erfolgreich gestaltet werden würde. Er bedankte sich bei der Bundesgeschäftsführerin der GKS, Frau Regina Bomke, und dem IT-Beauftragten, Herrn Oberstabsfeldwebel a.D. Hubert Berners, ohne deren Einsatz und Arbeit die Umsetzung der digitale Bundeskonferenz so nicht möglich gewesen wäre. „Mit großer Liebe zum Detail haben sie daran gearbeitet, dass die Säulen Bildung, Begegnung und Besinnung auch über die Bildschirme transportiert werden.“ Anschließend gab er das Wort an den Geistlichen Beirat auf Bundesebene, Militärdekan Bernd F. Schaller, und bat ihn um seinen geistlichen Impuls zum Einstieg in die Bundeskonferenz. 

Geistlicher Impuls zur Eröffnung der Bundeskonferenz

Der Geistliche Beirat auf Bundesebene, Militärdekan Bernd F. Schaller, hat in seinem geistlichen Impuls über die Geschichte vom Aufbruch Abrahams in das gelobte Land gesprochen. „Eine besondere Bundeskonferenz braucht einen besonderen Einstieg“, betonte er in diesem Zusammenhang. Genauso wie die Bundeskonferenz in Anbetracht der Corona-Pandemie zum ersten Mal digital durchgeführt werden würde, ebenso kann deren digitale Umsetzung und Durchführung einen Aufbruch in eine neue Welt bedeuten. Militärdekan Schaller warb darum, den neuen Wegen zu vertrauen, „auf die der Herr uns weist“.

 

„Wortmeldung können über den Chat gegeben werden.“

Es ist mit Sicherheit das erste Mal gewesen, dass der Vorsitzende des GKS-Sachausschusses Kommunikation, Oberstleutnant Marian Schiebilski, als bewährter und im besten Sinne gewohnter Moderator auf diese Weise zu den Delegierten und Gästen gesprochen hat.

In memoriam

In Memoriam
Gemeinschaft bedeutet miteinander unterwegs sein, ein Stück des Lebens miteinander teilen. So gedachte die Versammlung derer, die in den letzten 12 Monaten aus diesem Leben gegangen sind, besonders General a.D. Karl-Heinz Lather und des langjährigen Geistlichen Beirats auf Bundesebene, Prälat Walter Theis.

Unsere Gäste haben das Wort

Neben den Delegierten durften auch zahlreiche Gäste begrüßt werden, die sich aus der Ferne oder Nähe zuschalteten, um ihre Verbundenheit mit der GKS zu unterstreichen. Einige hatten die Gelegenheit zu einem Grußwort.

Die GKS hat „frühzeitig auf das digitale Format gesetzt“

Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks hat in seinem Grußwort dabei die Außergewöhnlichkeit der diesjährigen Bundeskonferenz betont. Die GKS habe „frühzeitig auf das digitale Format gesetzt“ – und das auch „sehr erfolgreich“, sagte er. General Rieks gratulierte den Verantwortlichen zu diesem wichtigen Schritt, denn „alles andere wäre eine Absage gewesen“. Weiterhin betonte er, dass die GKS mit ihren Leitsätzen und Prinzipien auf gutem Boden stünde. Er hat über drei wichtige Herausforderungen für die GKS gesprochen: Erstens: „Wir werden uns massiv über Drohnen und den Technologien unterhalten müssen.“ (Friedensethik) Zweitens: „Haben wir so wenig Kirchlichkeit, dass wir uns nicht nach vorne bewegen und mitreden?“ (christliche Ansätze) Und drittens, die GKS müsse für ihren Auftrag mehr Menschen werben und könne dies auch, da sie inhaltlich auf einem guten Weg sei.  

„Gemeinsam werden wir die Herausforderungen der Nach-Corona-Zeit angehen“

Der Präsident der AKS, Brigadier Mag. Martin Jawurek unterstrich in seinem Grußwort die seit vielen Jahren bestehenden und auch in Pandemiezeiten guten Beziehungen zwischen seinem Verband und der GKS. In einem Blick auf den eigenen Verband machte er deutlich, dass mit dem Ende der Pandemie viel Arbeit auf seinen Verband, aber auch auf die Kirche als Ganzes zukäme, da es in vielen Bereichen die Notwendigkeit gäbe, sich neu aufzustellen. Er setze dabei auf die gegenseitige Unterstützung und das aktive Miteinanderunterwegssein von AKS und GKS auf nationalem und internationalem Parkett.

„Die GKS hat eine Brückenfunktion“

Für die Deutsche Kommission Justitia et Pax sprach Dr. Markus Patenge das Grußwort. Er sagte, dass die GKS ein wichtiger Partner sei. Sie habe eine Brückenfunktion, die „wir so sonst nicht leisten können“. Er schätze besonders die militärische Expertise der GKS etwa im gemeinsamen Austausch zum Papier „Atomare Bewaffnung“. Er betonte, dass er sich auf die künftige Zusammenarbeit und den Austausch freue, der notwendig sein wird unter anderem hinsichtlich einer Europäisierung der Bundeswehr.  

Was war, was soll werden? – Interviews zu Lage der GKS
Screenshot Andreas
In der Bundeskonferenz ist der „Lagebericht“ von großer Wichtigkeit, denn in ihm wird auf die vergangenen 12 Monate zurückgeschaut, das verbandliche Tun bewertet und daraus Schlüsse für das weitere Vorgehen gezogen. In diesem Jahr wurde der Lagebericht in einer etwas anderen Form präsentiert:
Der Moderator interviewte die Entscheidungsträger der Bundesebene, der Bereichsebene und der Sachausschüsse und lockte manche Bewertung des Vergangenen und Aussage zur Zukunft aus ihnen heraus.
Im Mittelpunkt aller Aussagen stand natürlich die Corona-Lage mit ihren Auswirkungen auf das Verbandsleben. Mehr als ein Jahr konnten nun schon keine Intensivmaßnahmen der GKS mehr angeboten werden, haben – fast - keine persönlichen Treffen der Mitglieder auf den unterschiedlichen Ebenen mehr stattgefunden. Die Hoffnung, dass dies sich in den nächsten Monaten grundlegend ändert, ist groß. Deutlich wurde aber, dass in der Zwischenzeit auf allen Ebenen das Zusammenkommen via Zoom als echte Alternative angekommen ist. Und obwohl sich natürlich alle selbstverständlich auf Präsenzveranstaltungen mit der Möglichkeit der „echten“ Begegnung freuen, ist jetzt schon klar: Auf das monatliche Online-Seminar via Zoom oder die rasch organisierte digitale Besprechung zwischendurch will niemand mehr verzichten.
Den gesamten Lagebericht finden Sie hier

Die Bundeskonferenz hat gewählt

WahlergebnisDer Vorsitzende des Wahlausschusses, Oberstleutnant Frank Nowak, und der IT-Beauftragte der GKS, Oberstabsfeldwebel a.D. Hubert Berners, haben die Teilnehmenden durch die erste digitale Wahl der GKS geführt. Nachdem Frank Nowak in das online-Wahlprozedere eingeführt hatte, hatten die wahlberechtigten Mitglieder pro Wahldurchgang eine Minute Zeit, digital über eine*n neue*n Bundesvorsitzende*n abzustimmen.

Das Ergebnis: Der „alte“ Bundesvorsitzende der GKS, Stabshauptmann Andreas Quirin, ist der neue Bundesvorsitzende, die beiden Stellvertreter*innen bleiben Hauptfeldwebel Juliana Haberlag und Oberstleutnant Gerd Fridrich.

„Wir werden Mut brauchen, Ideen zu entwickeln“ 

Der Bundesvorsitzende der GKS, Stabshauptmann Andreas Quirin, betonte in seiner Dankesrede, dass die GKS in den nächsten zwei Jahren, Mut brauchen werde, Ideen zu entwickeln. Die GKS ist in einer Umbruchphase und die Steuerung und das Voranbringen dieses Prozesses wird die Hauptaufgabe der nächsten beiden Jahre sein.
Der neu gewählte Vorstand bedankte sich bei den Teilnehmenden für das Vertrauen und für die erfolgreiche Umsetzung der ersten Onlinewahl und bat darum, die vor der Gemeinschaft liegenden Aufgaben gemeinsam anzugehen und einander bei der Umsetzung auf allen Ebenen zu unterstützen.

Der Militärbischof hat das Wort - „Wir leben in spannenden Zeiten“

Der Militärbischof hat das WortNachdem der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck der GKS zur Wahl des neuen Bundesvorstandes gratuliert hatte, wünschte er der Gemeinschaft gutes Gelingen und eine gute Zusammenarbeit, denn „wir leben in spannenden Zeiten“.

Der Militärbischof stellte seinen Vortrag unter  einen inhaltlichen Dreischritt:
Ausgehend von den coronabedingten kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die wir derzeit erleben, stellte er die Frage, was dies für die GKS bedeutet, um dann einen allgemeinen Blick auf die Kirche und die Militärseelsorge zu werfen.

Corona hat wie ein Brandbeschleuniger bereits absehbare Entwicklungen, die in den nächsten 10 Jahren eingetreten wären, bereits jetzt virulent werden lassen und wirkt zugleich wie ein Brennglas, das viele Dinge, die bisher übersehen, in ihrer Bedeutung nicht erkannt oder ignoriert worden waren, in den Fokus rückt. Vieles, was sich coronabedingt verändert hat, wird auch nach dem Ende der Pandemie nicht einfach „zurückzudrehen“ sein.

Für die GKS hat dies deutliche Auswirkungen, da sie sich als Verband Strukturen verdankt, die gerade in radikaler Veränderung sind. Sie befindet sich dadurch im Spagat zwischen den Mitgliedern, die die traditionelle Linie des Verbandslebens schätzen und an ihr festhalten wollen und der Gruppe derer, für die die GKS nur interessant ist wegen ihrer Themen, ihrer inhaltlichen Arbeit und ihrer inhaltlichen Projekte.
Der Militärbischof bat die GKS, sich mit 3 wichtigen Themenfeldern, die aus der Sicht des Militärbischofs für die GKS an sich und das Wirken der GKS in der Militärseelsorge entscheidend sind, zu befassen:

  • Stärkung der inhaltlichen Arbeit in die GKS, in die Militärseelsorge und in Gesellschaft und Politik hinein
  • Stärkung des Verbandslebens und der Integrationsfähigkeit der GKS, um geistige und geistliche Heimat sein zu können
  • Stärkung des Gottesdienstes als Mittelpunkt des christlichen Lebens und der christlichen Gemeinschaft

Im Anschluss bestand die Möglichkeit für die Delegierten und Gäste, Fragen an den Bischof zu stellen, wovon intensiv Gebrauch gemacht wurde.

Gottesdienst

Gott Dein guter Segen
Schneller als gedacht waren die Stunden der Bundeskonferenz vorüber.
Zum Schluss stellten die Delegierten und Gäste in der durch den Geistlichen Beirat auf Bundesebene, Bernd F. Schaller, zelebrierten und  digital übertragenen Heiligen Messe all ihr Tun in und für die GKS unter den Segen Gottes.

Schon jetzt freuen wir uns auf die Tage der Begegnung 2022, die im März 2022 in Wittenberg und mit hoffentlich vielen Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung stattfinden werden. 

 

Ankündigung Bundeskonferenz 2021

Digitale Bundeskonferenz 2021Digitale Bundeskonferenz 2021 

Am 7. und 8. Mai 2021 tagt die Bundeskonferenz, das höchste Gremium der GKS zum ersten Mal digital. Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die 48 stimmberechtigte Delegierte und weitere Gäste aus dem Bereich der internationalen katholischen Soldat*innen und anderer befreundeter Organisationen und Verbände werden an zwei halben Tagen digital zum Austausch, zum gemeinsamen Gebet und zur – wenn auch leider nur digitalen – Begegnung zusammenkommen.

Am Freitagabend legt der Bundesvorstand Rechenschaft über die Arbeit der vergangenen Monate ab und es besteht die Möglichkeit zum Austausch darüber.
Am Samstag werden die Delegierten ein*en Bundesvorsitzende*r und die beiden Stellvertretenden wählen, die dann in den nächsten zwei Jahren die Geschicke des Verbandes führen werden.


Im Anschluss daran wird der Militärbischof sich zuschalten und das Wort an die Delegierten richten. Dies ist für die GKS eine große Ehre und Freude, denn der Militärbischof wir zum ersten Mal Gast einer Bundeskonferenz sein. Da in der Kirche allgemein und auch in der Kirche unter Soldaten viel Bewegung ist, freuen wir uns auf einen interessanten Austausch. Mit einem digitalen Gottesdienst endet am frühen Samstagnachmittag die Bundeskonferenz.


Schnelle erste Infos über Facebook:
https://www.facebook.com/GemeinschaftKatholischerSoldaten
und Instagram:
https://www.instagram.com/katholischesoldaten/
und ausführlich zeitnah hier.

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GKS / Bund / Online-Seminar 

Josef König

am Mittwoch,
den 21. April 2021,
um 19.30 Uhr

zum Thema

Covid 19 –
Besser im Griff mit einem Nationalen Sicherheitsrat?

 

COVID-19 hat schwerwiegende Defizite in der Struktur der deutschen Sicherheitsarchitektur und der relevanten Gesetzgebung offenbart. Die bisherige Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern trägt nicht mehr, insbesondere in Krisen katastrophalen Ausmaßes. Verzögerung und teilweise sogar die Verhinderung notwendiger, einheitlicher und vor allem effektiver Maßnahmen sind die Folgen. Ein über das Tagesgeschäft der Virusbekämpfung hinausreichendes Notfallkonzept scheint zu fehlen. Wie kann Deutschland dieses Dilemma jetzt und in Zukunft beheben, ohne den Föderalismus grundsätzlich in Frage zu stellen? Welche Anpassungen müssten erfolgen, um die Fähigkeiten der Bundesrepublik für Krisenmanagement und vorausschauende Strategiefähigkeit zu verbessern? Am Beispiel der aktuellen Pandemie erläutert die Politologin Christina Moritz ihr Lösungsmodell eines Nationalen Sicherheitsrates, zu dem sie forscht, veröffentlicht und promoviert. Wo wäre eine solche Institution als Instrument umfassender, ressortübergreifender Analyse und Entscheidungsvorbereitung organisatorisch zu verorten? Mit welchen Funktionen, Arbeitsschwerpunkten und Kompetenzen, welchem institutionellen Unterbau und Personal? Als kompetente Gesprächspartnerin steht uns

die Politologin Christina Moritz,

die seit mehreren Jahren die Idee des Nationalen Sicherheitsrates in Politik und Wissenschaft vorantreibt, zur Verfügung. Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit einer spannenden Diskussion zu einem wichtigen und viele Menschen bewegenden Problem. Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein. Um alles gut vorbereiten zu können, bitten wir um

Anmeldung bis zum 21. April 2021, 8.00 Uhr

unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Frieden ist keine eindimensionale Wirklichkeit, die sich allein mit militärischen Mitteln erzwingen lässt!

Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördernKrisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern 

Allzu häufig wird Friedenssicherung eindimensional militärisch betrachtet und auf das Vorhandenensein der notwendigen militärischen Mittel und Fähigkeiten beschränkt. Die GKS setzt sich seit Jahren für eine aktive, weitsichtige, engagierte und ethisch vertretbare Friedensstrategie als Konfliktprävention ein. Eine solche Konfliktprävention ist eine andauernde, konsequent und verlässlich zu erfüllende Aufgabe verschiedenster staatlicher und nichtstaatlicher Akteure, z.B. aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Bildung, Technologie, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Wirtschaftsförderung, die ihre je eigenen Kompetenzen in einem vernetzten Ansatz koordiniert einbringen. 2017 verabschiedete die Bundesregierung die Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“. Zum ersten Mal wurde damit ein Rahmen für eine gemeinsame, ressortübergreifende Umsetzung von Maßnahmen geschaffen, der helfen soll, internationale Krisen früh zu erkennen und Konflikte zu verhindern. In 50 Selbstverpflichtungen werden Wege und Strukturen aufgezeigt, wie ein gemeinsames Engagement für Frieden und Sicherheit gestärkt werden kann. Nun liegt der erste Zwischenbericht vor, der deutlich Licht und Schatten aufweist und deutlich macht, wie wichtig das Setzen von Handlungsschwerpunkten in diesem Bereich ist, um zu sichtbaren Verbesserungen zu gelangen. Die Handlungsschwerpunkte der Bundesregierung liegen derzeit in den Bereichen:

  • Klimaschutz und Abmilderung der Folgen der Klimakrise
  • Gesundheitsschutz und Stärkung der Gesundheitssysteme
  • Rolle der EU bei der Krisenprävention, Krisenbewältigung und Friedensförderung

Link zur Leitlinie:
https://www.auswaertiges-amt.de/blob/283636/d98437ca3ba49c0ec6a461570f56211f/leitlinien-krisenpraevention-konfliktbewaeltigung-friedensfoerderung-dl-data.pdf

Link zum Zwischenbericht zur Umsetzung der Leitlinie:
https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2451522/1affc7f36ad7c487e2390c3aa8c834e9/210330-umsetzungsbericht-krisenleitlinien-data.pdf

Link Praxisleitfaden ressortübergreifende Politik:
https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2285522/968495447acfa63ee9b50e829e9f326e/191206-praxisleitfaden-data.pdf

 

Logo online seminare3. Online-Seminar der GKS im Jahr 2021

GKS / Bund / Online-Seminar 

Vor zehn Jahren –
Verabschiedung des Beschlusses zur
Aussetzung der Wehrpflicht
Soll, kann oder muss es dabei bleiben?

Referent: Josef König, langjähriger Chefredakteur des Kompass

Josef KönigRund 55 Jahre nach ihrer Einführung setzte der Deutsche Bundestag per Beschluss am 24. März 2011 die allgemeine Wehrpflicht zum 01. Juli aus. Die Aussetzung, die der damalige Bundesminister der Verteidigung, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), initiierte, war Teil einer angestrebten Streitkräftereform, mit der die Bundeswehr von damals rund 255.000 Soldaten auf bis zu 185.000 verkleinert werden sollte. Das Ende der Dienstpflicht galt und gilt jedoch ausschließlich in Friedenszeiten, im Spannungs- oder Verteidigungsfall kann sie wieder aktiviert werden.
Ob die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht politisch klug war oder gar geboten, war und ist bis heute höchst strittig. Tatsache bleibt: Wer aussetzt, schafft faktisch ab.
Soll, kann oder muss es dabei bleiben? – Dieser und anderen Fragen wird das Online-Seminar nachgehen. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.

Um alles gut vorbereiten zu können, bitten wir um 

Anmeldung bis zum 24. März 2021, 8.00 Uhr

unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Zeitgerecht vor der Veranstaltung wird Ihnen dann eine Mail mit den Zugangsdaten und weiteren Hinweisen zugesandt.

Vielleicht haben Sie Zeit und Lust, wir würden uns freuen, Sie zu sehen.

Zum Tod von
General a.D. Karl-Heinz Lather

Bund / Nachruf General a.D. Lather

General a.D. Karl-Heinz LatherBildnachweis: KS / Halina WegrzynowiczAm 15. Februar 2021 erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Mitglied General a.D. Karl-Heinz Lather am 13. Februar 2021 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.
General Lather hat die Arbeit unserer Gemeinschaft über viele Jahre aktiv und mit Freude begleitet. Trotz seiner hohen dienstlichen Belastung stand er, wo immer möglich, als Ratgeber zur Verfügung und brachte dabei die Sicht des christlichen Soldaten und Vorgesetzten mit ein.
In den Jahren 2001 bis 2005 übernahm er mit großem Engagement die Aufgabe des Schirmherrn der GKS Akademie „Oberst Helmut Korn“. Aus tiefer Überzeugung war es ihm dabei wichtig, das Thema Innere Führung immer wieder in den Fokus zu rücken. Eine Herzensangelegenheit war es ihm auch, insbesondere jüngere Soldatinnen und Soldaten anzusprechen und für eine Teilnahme an der GKS Akademie zu gewinnen.
Durch seine dienstlichen Verwendungen war ihm auch das Thema Multinationalität sehr wichtig. Hier nutzte er seine internationalen Kontakte, um für das christliche Menschenbild auch bezogen auf den Soldaten und in allen Fragen des Führens zu werben.
Über die GKS hinaus brachte sich General Lather in unterschiedlichen Funktionen innerhalb der Katholischen Kirche Deutschlands ein. So vertrat er die Militärseelsorge in den Jahren 2001 bis 2009 im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seine große Reputation in der Laienorganisation der katholischen Kirche zeigt sich auch darin, dass er nach dem Ende seiner Dienstzeit bis zum Jahr 2015 weiterhin als gewählte Einzelpersönlichkeit dem ZdK angehörte und in den Jahren 2009 bis 2013 in den Hauptausschuss gewählt wurde. In der deutschen Kommission Justitia et Pax vertrat er die GKS von 2005 bis 2009.
Für seine Verdienste um die Gemeinschaft Katholischer Soldaten wurde General Lather im November 2005 vom damaligen Bundesvorsitzenden Oberstleutnant Paul Brochhagen mit dem Großen Kreuz der GKS ausgezeichnet.
Auch über seine aktive Dienstzeit hinaus war General Lather mit der GKS eng verbunden. So nahm er weiterhin an Veranstaltungen teil, war immer interessiert an den Themen der GKS und am Verbandsleben und brachte sich mit Ratschlägen und Beiträgen ein.
Wir werden General Lather ein ehrendes Andenken bewahren und bitten unseren Herren und Gott, ihm den ewigen Frieden zu schenken.

Andreas Quirin
Stabshauptmann und Bundesvorsitzender

 

Logo online seminare2. Online-Seminar der GKS im Jahr 2021

GKS / Bund / Online-Seminar 

 

am Mittwoch, den 24. Februar 2021, um 19.30 Uhr

zum Thema

Das Eurocorps – Keimzelle für eine Europäische Armee

Militärische (und politische) Zusammenarbeit zwischen Bündnispartnern ist Last und Lust zugleich. Churchill sagte zum Thema "Koalitionen": "Wenn es eines gibt, was schlimmer ist als einen Krieg zu führen, dann ist es, Krieg ohne Verbündete zu führen." Er wusste warum.

Aber: Hat das nicht auch seinen Preis? Sind es die Koalitionen in mehr oder festen Strukturen, die alle unsere Probleme lösen können? Sind NATO und EU die richtigen Formate, um Geldsorgen zu vergessen und Kosten zu senken, um mangelnde Standardisierung zu verbessern, schlagkräftiger zu werden?


Eine in Mode gekommene Antwort ist seit vielen Jahren "die europäische Armee". Vor allem in der Politik scheint das DIE Zauberformel geworden zu sein, der man die Lösung der ganz harten Probleme zutraut.
Könnte diese Rechnung aufgehen?

Generalmajor Josef Blotz,

seit September 2019 Stellvertretender Kommandierender General des multinationalen Eurocorps in Strasbourg, nimmt sich dieser Frage an.
Er wird zunächst das Eurocorps, das Viele als die Keimzelle für eine europäische Armee halten, vorstellen und sich dann den Vor- und Nachteilen einer möglichen Organisation zuwenden, die nun wirklich weit über das gewohnte nationale Denken hinausginge.
Im Anschluss wird Zeit zum Austausch, zu Nachfragen und zur Diskussion sein.
Wir hoffen auf viele Teilnehmende, denn es handelt sich um ein Thema, das niemandem gleichgültig sein kann.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.

Um alles gut vorbereiten zu können, bitten wir um
Anmeldung bis zum 24. Februar 2021, 8.00 Uhr
unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

ÖKT-Sonntag am 7. Februar 2021

GKS / Kirche / Veranstaltungen

Dank Corona ist alles anders und vieles geht nicht so wie geplant. Dies trifft besonders auf Großveranstaltungen zu, die radikal umgeplant werden müssen.
Auch der 3. Ökumenische Kirchentag, der vom 13.-16. Mai 2021 in Frankfurt stattfinden wird, ist davon betroffen. Große Menschenansammlungen, fröhliches Feiern in großen Massen, dichtes Gedränge vor Messeständen, alles ist derzeit nicht denkbar.
Für den ÖKT heißt dies u.a., dass es keinen Markt der Möglichkeiten in den Frankfurter Messehallen geben wird, auf dem wir uns mit einem GKS-Stand vorstellen wollten. Aber der ÖKT soll nicht ausfallen!
Deshalb wird derzeit im Organisationsteam des ÖKT fieberhaft daran gearbeitet, neue, andere Wege für die größtenteils digitale Durchführung des 3. Ökumenischen Kirchentags zu organisieren. Denn diese Tage im Mai sollen trotz aller widrigen Umstände ein ökumenisches Fest werden.
Zur Einstimmung feiern in ganz Deutschland Pfarreien am 7. Februar 2021 den ÖKT-Sonntag.

An vielen Gottesdiensten können Sie online teilnehmen.

Wo und wann dies möglich ist finden Sie unter: https://www.oekt.de/oekt-sonntag

Logo online seminare1. Online-Seminar der GKS im Jahr 2021

GKS / Bund / Online-Seminar / Allgemeiner Gesellschaftsdienst

 

„Allgemeiner Gesellschaftsdienst – Das Wir Stärken, - das Ich fördern?“

Das 1. GKS-Online-Seminar dieses Jahres stand unter dem Thema: „Allgemeiner Gesellschaftsdienst – Das Wir Stärken, - das Ich fördern?“. Mit diesem Thema trafen wir offensichtlich den Nerv vieler Interessierter.

70 Teilnehmer*innen aus allen Dienstgradgruppen, aus der GKS und dem Reservistenverband und auch eine Reihe Teilnehmer aus den Reihen der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten Österreichs meldeten sich an, um mit dem Präsidenten des Verbandes der Reservisten der deutschen Bundeswehr, Herrn Prof. Dr. Patrick Sensburg (MdB), zu diskutieren. Nach einer Einführung durch den Referenten wurde von der Möglichkeit zu fragen oder eigene Anregungen und Vorschläge einzubringen, regen Gebrauch gemacht. Viel zu schnell vergingen die angesetzten 90 Minuten.

Und schon mal den nächsten Online-Seminar-Termin notieren:

Am 24. Februar 2021 um 19.30 Uhr nimmt sich Generalmajor Josef Blotz, seit September 2019 Stellvertretender Kommandierender General des multinationalen Eurocorps in Strasbourg, der Frage an: "Das Eurocorps - Keimzelle für eine Europäische Armee?" Weitere Informationen erfolgen zeitgerecht.

 


Einladung zu zuvor beschriebener Veranstaltung

Wir freuen uns, dass wir auch im Jahr 2021 die schon Tradition gewordenen Online-Seminar fortsetzen können.
Am kommenden Dienstag, den 26. Januar 2021, um 19.30 Uhr ist es so weit.

Der Präsident des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr

Prof. Dr. Patrick Sensburg (MdB)

spricht mit uns über das Thema:

Allgemeiner Gesellschaftsdienst – Das Wir stärken – das Ich fördern

In den letzten Jahren wurde und wird in Deutschland immer wieder diskutiert, ob die Aussetzung der Wehrpflicht richtig war, ob unseren jungen Menschen durch das Fehlen von Wehr- und Ersatzdienst nicht eine Chance genommen würde und nicht zuletzt, ob unsere ehrenamtlichen Strukturen in den Vereinen, Verbänden und Blaulichtorganisationen, die Bundeswehr und auch die pflegerischen und sozialen Berufe die jungen Kräfte auf Zeit nicht dringend benötigten. Modelle wie der Bundesfreiwilligendienst und „Dein Jahr für Deutschland“ wurden entwickelt und werden mit Erfolg angenommen. Die Frage, ob ein Pflichtdienst eine bessere Alternative wäre, steht weiter im Raum. Das Thema ist aktuell und von politischer Bedeutung, da alle im Bundestag vertretenen Parteien zu dieser Frage Stellung genommen haben und intensive Diskussionen immer wieder aufflackern. Es ist zu erwarten, dass im Super-Wahljahr 2021 das Thema Allgemeiner Gesellschaftsdienst weiter heiß diskutiert werden wird.
Wir freuen uns ganz besonders über diesen Abend, denn wir haben hier die Möglichkeit, die Position des Reservistenverbandes genauer kennen zu lernen.
Die GKS tritt bereits seit mehreren Jahren für einen Europäischen Gesellschaftsdienst ein. Der Sachausschuss Sicherheit und Frieden, der sich federführend für die GKS mit dieser Frage befasst, hat hierzu bereits detaillierte Ausgestaltungsideen entwickelt. Auch über diese wird Zeit sein, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Alles was Sie zur Teilnahme brauchen ist ein Smartphone oder ein PC (idealerweise mit Mikro und Kamera). Die Veranstaltung wird über das Online-Portal Zoom stattfinden, Sie müssen aber nicht bei Zoom registriert sein.
Bitte melden Sie sich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 26. Januar 2021, 8.00 Uhr an, damit wir Ihnen einen Teilnahmelink schicken können.

Herzlichen Glückwunsch!

GKS/Kreis München/Januar 2021


Die Holocaust-Überlebende Henriette Kretz (86) ist für ihr Engagement bei der Vermittlung der Schrecken des Nationalsozialismus mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet worden.


Frau Kretz war in den Jahren 2019 ( https://gemeinschaft-katholischer-soldaten.de/verband/unser-verbandsleben/168-zeitzeugengespraech ) und im Februar 2020 ( https://gemeinschaft-katholischer-soldaten.de/verband/unser-verbandsleben/230-niemand-wird-als-moerder-geboren-zeitzeugengespraech-mit-der-holocaust-ueberlebenden-henriette-kretz ) Gast der durch den GKS-Kreis München veranstalteten Zeitzeugengespräche.


Henriette KretzMit großer Offenheit, Eindringlichkeit und den Menschen zugewandt, berichtete sie dabei in beeindruckender Weise über ihre Lebensgeschichte und den ihrer Familie angetanen Verbrechen.

Die Verfolgung der Familie von Henriette Kretz begann unmittelbar nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Die Familie floh nach Lemberg, später nach Sambor, wo sie ins jüdische Ghetto umsiedeln musste. Henriette Kretz überlebte in verschiedenen Verstecken, darunter in einem katholischen Waisenhaus. Ihre Eltern wurden vor ihren Augen erschossen.

Henriette Kretz2In seiner Gratulation schreibt der Vorsitzende des GKS-Kreises München, Hauptmann Stefan Nüßle: „Herzlichen Dank für Ihr uneingeschränkt beispielgebendes Engagement, von welchem wir insbesondere im Rahmen der zurückliegenden Zeitzeugengespräche profitieren durften. Herzlichen Dank hierfür! Bleiben Sie uns bitte auch weiterhin verbunden. Wir zählen auf Sie!“

Herzlichen Dank!

Bilder: Hptm Thomas Kreil, OStFw Bruno Haelke

NATO Semper Reformanda Est
Das Bündnis im Wandel

Autor: Josef Blotz, stellvertretender Kommandierender General des Eurokorps in Straßburg

Generalmajor Josef BlotzGeneralmajor Josef Blotz 
Der folgende Beitrag erscheint wenige Tage nach den US-Präsidentschaftswahlen, deren mögliche Folgen auch für die Zukunft der NATO zum Redaktionsschluss für diesen Beitrag nicht absehbar waren. Der Leser*in mag sie aus aktueller Sicht in den hierbei aufgezeigten Kontext einordnen und nicht zögern, mit Leserbriefen an den AUFTRAG Stellung zu nehmen.

Die Pressemitteilungen aus dem NATO-Hauptquartier in Brüssel sprachen nach den Frühjahrstreffen der Außen- und Verteidigungsminister im April 2020 eine für viele von uns ungewohnte Sprache und lenkten den Blick auf eine Reihe von Besonderheiten: Beide Formate wurden erstmals als Videokonferenzen abgehalten; beide standen im Zeichen der COVID-19-Pandemie; zum ersten Mal nahm Nordmazedonien als der neue, 30. Alliierte teil; und schließlich (dies war allerdings keine Überraschung) beteiligten die Verteidigungsminister auch Vertreter*innen der Europäischen Union und mit Schweden und Finnland zwei nicht der NATO angehörende Nationen an ihren Beratungen zu ausgewählten Themen. Selbstverständlich ging es auch um klassische Themen, die seit Jahren kennzeichnend sind für so gut wie alle Tagesordnungen des höchsten NATO-Gremiums, des North Atlantic Council (NAC): Die laufenden Einsätze, die Zusammenarbeit mit Partnern, das Verhältnis zu Russland und nunmehr auch der topaktuelle Auftrag an die Reflection Group der NATO, die die Vision der Allianz für das Jahr 2030 formulieren soll.

Dieser Schnappschuss aus dem gegenwärtigen Leben und Funktionieren des vor 71 Jahren gegründeten erfolgreichsten politischen und militärischen Bündnisses der Geschichte wäre, – wenn die Fantasie der Stäbe, die die Zukunftsszenarien für Übungen anlegen, denn ausgereicht hätte – in den 1960er Jahren, aber auch noch in den 1980er Jahren als besonders kreativ, vermutlich aber als wirklichkeitsfremd verworfen worden. Heute gehören diese Themen, ihre politisch-strategischen Kontexte und die Art und Weise der Beratungen selbst auf dieser Ebene (Videokonferenz!) zum business as usual.

Eine der Antworten auf die Frage, warum dieses Bündnis im Wandel der Zeit noch immer sein Geld wert ist und von Alliierten wie Gegnern für relevant gehalten wird, liegt in seinem Willen und seiner Fähigkeit, sich angesichts höchst wechselvoller Veränderungen anzupassen und immer wieder zu reformieren. Und hieraus erklärt sich die gewählte Überschrift, die in ihrer Ursprungsform „Ecclesia Semper“ „Reformanda Est“ dem heiligen Augustinus zugeschrieben wird. Er stellte mit Blick auf die Kirche fest, was, man verzeihe mir die Analogie, auch auf die NATO zutrifft: Das Erfordernis permanenter Selbstreflexion und die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in bewegten Zeiten immer wieder auf die raison d’être zu besinnen. Nicht zuletzt steht dieses Motto aber auch für den nicht gering zu erachtenden Mut zur Anpassung an die Herausforderungen von heute und morgen. Insofern trifft in seiner zugespitzten Form nicht zu, was man noch 2019 in einem Fachartikel über die Weiterentwicklung der NATO lesen konnte: „Seit 2014 befindet sich die Allianz im Wandel.“ Nein, sie war immer im Wandel – und musste es sein!

Moment der Abstimmung

Ich hatte als Director Operations International Military Staff im NATO-Hauptquartier Anfang September 2014 beim NATO-Gipfel in Newport (Wales) die Gelegenheit, schon an den vorbereitenden Arbeiten beteiligt gewesen zu sein und dann jenen in der Tat besonderen Gipfel, der ein halbes Jahr nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland stattfand, hautnah zu erleben. Ich erinnere mich an den Moment der Abstimmung über den Tagesordnungspunkt „2 Prozent-Guideline“ und daran, wie Obama, Cameron, Hollande, Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs ihr Einverständnis gaben. In der Wales Summit Declaration vom 5. September 2014 hieß es dann: „We agree to reverse the trend of declining defence budgets, to make the most effective use of our funds and to further a more balanced sharing of costs and responsbilities. We [...] aim to increase defence expenditure in real terms as GDP allows; aim to move towards the 2 percent guideline within a decade ...“

Das Salz in der Suppe lag und liegt immer noch, wie wir heute sehen, in den Feinheiten der Formulierungen. Damit wird auch klar, dass die „2 Prozent-Guideline“ nicht von den Amerikanern oder von Donald Trump, der 2014 noch nicht als US-Präsident gehandelt wurde, dem Bündnis aufgezwungen wurde. Wir alle waren dafür. An dieser Stelle mag die Feststellung genügen, dass es sich bei den zweifellos besonders gewichtigen Beschlüssen von Wales (im Hinblick auf zentrale Projekte der Allianz damals auch „Ankündigungsgipfel“ genannt) in der Tat um eine Weichenstellung handelte, die angesichts der sehr ernsten, neuen Herausforderungen keineswegs als routinemäßige Anpassungen anzusehen waren. Der „Umsetzungsgipfel“ von Warschau (Juli 2016) und die Gipfel von Brüssel (Juli 2018) und London (Dezember 2019) haben zweifellos ein neues Kapitel in der Geschichte der NATO aufgeschlagen, das noch für eine Weile sorgfältig auszubuchstabieren und umzusetzen ist. Es muss festgehalten werden, dass die Höhe der Verteidigungsausgaben, die Prioritäten bei Investitionen, aber auch eine faire Risiko- und Lastenverteilung zwischen uns Alliierten zum Standard-Themenkanon dessen gehören, was das Bündnis im Wandel der Zeit immer auf der Agenda hatte – und was es trotz des inhärenten, unvermeidlichen Konfliktpotenzials aushalten können muss.

2014 – die neue Phase des Bündnisses

Die Geschichte der NATO – deren Gründung durch zunächst zwölf Nationen beiderseits des Nordatlantiks mit dem Ende der Berlin-Blockade zusammenfiel, also einer Zeit, in der sich das Bündnis lediglich mit einer einzigen, klar definierten Bedrohung befassen musste – in zwei Kapiteln „Kalter Krieg 1949 bis 1990“ und „Danach“, zu schreiben, wäre zwar keine falsche, aber doch eine zu grobe Einteilung. Sie ließe nicht nur außer Acht, dass wir gerade seit 2014 von einer neuen Phase sprechen müssen, die, nota bene, keiner Renaissance des Kalten Krieges nahekommt, sondern einen notwendigen, umfassenden Anpassungsprozess darstellt. Sie würde auch über Konflikte und Kontroversen hinweggehen, die das Bündnis in den sieben Jahrzehnten seines Bestehens immer wieder auf sich selbst, seinen Auftrag und seine Unverzichtbarkeit hinsichtlich Abschreckung, Verteidigungsbereitschaft, Stabilität und Rüstungskontrolle verwiesen haben. Die zeigten, dass die NATO, die vor immer mehr und immer komplexere Herausforderungen gestellt wurde, als eine im Wesentlichen politische, dann aber notwendigerweise militärische Koordinationsplattform eine hohe Bedeutung für sich selbst und darüber hinaus für bedeutende Spieler bis jenseits des definierten Bündnisgebietes (z. B. in Afghanistan und im Irak) erhalten und behalten hat.

Stellvertretend für solche Wendepunkte, die in Höhepunkte der Bündnissolidarität, in lageangepasste neue Strategien und, schließlich, in die Stärkung ihrer Abschreckungsfähigkeit übersetzt werden konnten, seien genannt: die Niederschlagung der Volksbewegungen in der DDR (1953), in Ungarn (1956) und in der Tschechoslowakei (1968) durch die Sowjetunion. Die Bedrohung durch die SS-20- Rüstung der Sowjetunion ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre, die aus Sicht des Warschauer Paktes nolens volens und dank Helmut Schmidt und des historischen Doppelbeschlusses der NATO zu einer der Vorstufen für den historischen Wandel in Europa ab 1989 wurde. Die Erweiterungsrunden der NATO ab den 1990er Jahren bis heute. Das qualitativ und quantitativ stark zunehmende Engagement des Bündnisses in Operationen und Ausbildungsmissionen („NATO as a training Alliance“) fernab des Bündnisgebietes, insbesondere nach 9/11, und mit der neuen Aufgabe, einen Beitrag für den Kampf gegen den Terrorismus zu leisten. Und schließlich Krim 2014 mit den anschließenden, die Sicherheit im euro-atlantischen Raum berührenden Kämpfen im ost-ukrainischen Donbas.

Den Wandel kritisch wie konstruktiv mitgestalten

Für Deutschland und die Bundeswehr führten diese Etappen ein ums andere Mal zu Reformschüben, ab den 1990er Jahren in Form von umfangreicheren Auslandseinsätzen und der Übernahme größerer Verantwortung im Kontext der NATO Response Force. So ist es gerade für uns immer wichtiger geworden, Optionen der Weiterentwicklung des Bündnisses aus deutscher Perspektive zu bewerten und den Wandel kritisch wie konstruktiv mitzugestalten. Ausweislich des gültigen Weißbuchs der Bundesregierung von 2016 besteht denn auch für uns kein Zweifel an der Bedeutung der NATO und unserem Bekenntnis zu ihr. Als politische und militärische Kooperationsplattform ist sie gerade für Deutschland alternativlos. Vor diesem Hintergrund möchte ich einige wenige Konstanten und Variablen des Prozesses permanenter Weiterentwicklung der NATO skizzieren.

Center of Gravity

Als thematischer Dauerbrenner ist, unabhängig von Raum und Zeit, alles und jedes anzusehen, das die Herzkammer des Bündnisses ausmacht: Seine Kohäsion und Solidarität. Dieses nach innen wie hinsichtlich ihrer Wahrnehmung der Geschlossenheit auch nach außen wichtige, in allen Stürmen zu wahrende Center of Gravity ist der Garant für die Zukunftsfähigkeit des Bündnisses. Kein Zweifel: Gerade in diesen Tagen werfen Konflikte zwischen Alliierten an der Südostflanke, das Verhalten Russlands oder Reizthemen im transatlantischen Verhältnis (Lastenteilung, Abzug von US-Truppen aus Deutschland) Fragen auf. Mit dem Verweis auf das Center of Gravity muss es jedoch gelingen, den notwendigen Konsens immer wieder neu herzustellen und durch praktische und konkrete Maßnahmen zu untermauern.

Das Verhältnis zu Russland konstruktiv und gleichzeitig realistisch zu gestalten ist eine Daueraufgabe, der zu dienen der NATO-Russland-Rat einst geschaffen worden war. Aktuell steht das Bündnis vor der Herausforderung, auf Russlands Bruch des INF-Vertrages durch die bedrohliche Stationierung und Modernisierung von Mittelstreckenwaffen in Europa (SS-C-8) ebenso zu reagieren wie auf Russlands hybride Strategie, die auch Angriffsoptionen und die Drohung mit Atomwaffen einschließt. Das Bündnis war mit amerikanischen Atomwaffen und europäischen Trägermitteln stets (und ist unverändert) auch ein nukleares Bündnis, das dieses Element seiner Abschreckungsfähigkeit politisch, militärisch und technologisch genauso glaubwürdig erhalten muss wie seine konventionellen, Cyber- und Raketenabwehr-Dispositive. Daran lässt kein Alliierter, auch Deutschland nicht, einen Zweifel zu. Ein einseitiges Aufgeben der nuklearen Abschreckungsfähigkeit, die notwendigerweise auf den Säulen „Risikoteilung“ und „nuklearer Teilhabe“ (und somit auf dem Mitspracherecht) ruht, würde die Sicherheit des Bündnisses beeinträchtigen und Anreize für Russland, auf Rüstungskontrollbemühungen der NATO einzugehen, obsolet machen.

Zusammenarbeit NATO und EU

Die politische und militärische Zusammenarbeit zwischen NATO und EU ist enorm wichtig. Beide großen und mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Mandaten unverzichtbaren Organisationen schaffen es trotz überwiegend gleicher Mitgliederstrukturen aus politischen Gründen leider noch immer nicht in völlig zufriedenstellender Weise, den Grad an Komplementarität zu erreichen, der zur optimalen Zusammenarbeit mit Blick auf Herausforderungen der internationalen Politik erforderlich ist. Eine resiliente und handlungsfähige EU stärkt auch die transatlantische Sicherheit. Der von Deutschland nachhaltig verfolgte Prozess des „Strategischen Kompasses“, ein wichtiges Projekt für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft in diesem Halbjahr unter dem Motto „selbstbewusst europäisch, überzeugt transatlantisch“, muss auf eine abgestimmte Bedrohungswahrnehmung in der EU abzielen – neben einer langen Liste von gemeinsam entwickelten Projekten der Zusammenarbeit eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen fruchtbaren Dialog mit der NATO. Es ist offenkundig, dass das seit fast 30 Jahren hervorragend funktionierende Eurokorps in Straßburg, dessen Alleinstellungsmerkmal die einsatzorientierte Fähigkeit der Zusammenarbeit mit NATO und EU ist, hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann.

Die faire Lasten- und Risikoteilung und, in einem Atemzug damit genannt, die Daueraufgabe der Stärkung des europäischen Pfeilers des Bündnisses sind Themen, die sich zwar nicht mit dem Rechenschieber allein abhandeln lassen, die aber nach dem Prinzip der Einstimmigkeit unter allen 30 Nationen besser geregelt werden müssen, als dies zurzeit der Fall ist (80 Prozent der Verteidigungsausgaben der NATO kommen aus Staaten, die nicht der EU angehören). Die Corona-Krise und die damit zusätzlich belasteten (Verteidigungs-)Haushalte der Alliierten bergen zusätzliche Risiken.

Culture of Readiness

Und schließlich (noch einmal: kein Anspruch auf Vollzähligkeit!) das Thema Readiness. Ohne moderne, optimal ausgerüstete und ausgebildete, interoperabel einsatzbereite Truppen aller Kategorien wäre das Bündnis nicht glaubwürdig. Daran zu arbeiten, die erforderlichen Mittel bereitzustellen und hinsichtlich ihrer Eignung nicht nur reality checks, sondern future checks vorzunehmen, gehört zur DNA der NATO seit 1949. Aktuell steht dafür die Implementierung der auf dem Gipfel von 2018 beschlossenen „NATO Readiness Initiative“, die auf eine US-Initiative zurückgeht und mittlerweile als „4x30-Programm“ bekannt wurde. NRI zielt auf die Erhöhung der Einsatzbereitschaft und die Etablierung einer „Culture of Readiness“. Welche mit diesen und weiteren Konstanten in Zusammenhang stehenden Variablen, die ihrerseits das Potenzial haben, zu Konstanten zu werden, prägen das Bündnis aktuell?

Einige Beispiele pars pro toto:

  1. Die geopolitischen Herausforderungen durch China, das Verhältnis der NATO zu dieser aufstrebenden Weltmacht und zum gesamten pazifischen Raum.
  2. Die vielfältigen Herausforderungen in den Dimensionen Cyber Space und Weltraum.
  3. Die Corona-Krise als aktuelles Symbol schlechthin für die Fähigkeit des Bündnisses, auf neue, auch ihre Effektivität berührenden Phänomene zu reagieren und abgestimmte Maßnahmen zu ergreifen: Entwicklung eines NATO-Operationsplans für abgestimmte Aktivitäten gegen Pandemie-Effekte; Sicherstellung medizinischer Ausrüstung und mobiler Krankenhäuser; Bildung eines Fonds zur Finanzierung notwendiger Aktivitäten; Unterstützung von Partnern. Auch solche Schritte zementieren Kohäsion und Solidarität des Bündnisses.
  4. Die Stärkung der Resilienz der zivilen Verteidigungsbereitschaft für Eventualfälle ist ein in den letzten Jahren zunehmend wichtiger gewordenes Thema, das zwar schon im Washingtoner Vertrag von 1949 angesprochen, aber nach 1990 in den Hintergrund getreten war. Es steht dafür, dass die NATO nicht nur ein militärisches Bündnis im engeren Sinne ist, sondern auf Grundlage eines weit gefassten Sicherheitsbegriffs handeln muss.
  5. Reflection Process: Ende 2019 wurde der NATO- Generalsekretär vom NAC gebeten, einen forward looking reflection process einzuleiten, der auf die Stärkung der politischen Dimension des Bündnisses zielt. Die Kernelemente sind Einheit (oder Einigkeit), Kohäsion und Solidarität des Bündnisses und die Verbesserung des Transatlantic Bond. Es ist vorgesehen, dass die NATO-Reflexionsgruppe, deren einstiger Co-Vorsitzenden der ehemalige Bundesminister der Verteidigung Thomas de Maizière ist, den Nationen ihre Empfehlungen so vorstellt, dass sich der nächste NATO-Gipfel damit befassen kann. Jens Stoltenberg hat klargemacht, dass diese Überlegungen zu einer NATO 2030 nicht auf ihre Neuerfindung hinauslaufen, sondern darauf abzielen, die Allianz in einer unsicheren Welt stärker und sicherer zu machen.

Die NATO wird nie abgeschlossen und für immer reformata sein. Aber solange wir alle an unserem Platz dafür Sorge tragen, dass das semper reformanda gelebt wird, bin ich sicher, dass wir auch in Zukunft eine erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Allianz im Wandel der Zeit erleben werden. Sie muss nicht nur kontinuierlich gestärkt und gefördert, sondern sollte als Koordinationsplattform und relevanter Spieler auch genutzt werden. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte im Sommer 2020: „Wir stehen vor globalen Herausforderungen. So müssen wir einen globalen Ansatz verfolgen.“

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Nadin Schley
Freie Journalistin & Redakteurin
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Friedensbegriff des Christentums

Gekommen, um Frieden zu bringen

Autorin: Sylvia vom Holt

Selbstverständlich hat Frieden im Christentum eine sehr hohe Bedeutung. Wer will das ernsthaft bestreiten. Die Frage ist nur, welcher Friede gemeint ist. Ein Blick in das Neue Testament, die verschriftlichte Ur-Kunde des christlichen Glaubens, kennt jedoch irritierende Aussagen in Bezug auf Frieden, die einer Erklärung bedürfen. So sagt Jesus beispielsweise über sich: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen (wörtlich ‚zu werfen‘). Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen (‚zu werfen‘), sondern das Schwert“ (Mt 10,34). Ist Jesus also ein Kriegstreiber, ein Kreuzritter gar? Nein, Jesus ruft zu einer Entscheidung im Glauben auf, die zu klaren Unterscheidungen führt, was mit dem Wort Schwert zum Ausdruck kommt. Denn letztlich bleibt eine Glaubensentscheidung familiär und gesellschaftlich nicht ohne Folgen, zieht Konsequenzen nach sich.

„PAX facere“ – Friedensmacher

Der Streit um eine Sache steht nicht im Widerspruch zum hohen Gut des Friedens. Wie sieht es dann mit dem großen Weltfrieden aus? Ein Zitat aus der Bergpredigt ist hierbei populär geworden: „Glückselig die, die Frieden bewirken, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5,9). „Frieden bewirken“? Ja, denn der griechische Ausdruck, der an dieser Stelle steht, lässt sich wortwörtlich mit „Friedensmacher“ übersetzen (vgl. Rudolf Schnakenburg, Kommentar zum Matthäusevangelium). Folgerichtig verwendet die lateinische Übersetzung zutreffend das Wort „pacificus“, das eine Zusammenziehung von „pax facere“ ist, das heißt: Frieden tun, machen, bewirken. Das Wort Pazifismus leitet sich hiervon ab. Ursprünglich bezog sich jene Seligpreisung wohl auf die Auseinandersetzungen rund um die früh(jüdisch)christlich Gemeinden mit ihren vielfältigen Richtungskonflikten und hatte keine weltpolitische Dimension. Dies kann insofern nicht ganz verwundern, als die ersten Christen noch mit der baldigen Wiederkunft ihres Herrn Jesus Christus rechneten, so dass Weltfriedenspolitik, wie wir sie heute verstehen, nicht auf der Agenda stand. Nun blieb aber die sichtbar erfahrbare Wiederkunft Jesu Christi aus. Ein Blick in die Briefe des Apostel Paulus vermag, das damit verbundene Problem auf der Zeitachse einzuordnen. Aber Entscheidungen im Hier und Jetzt standen an, vor allem als wenig später Christinnen und Christen im Römischen Reich gesellschaftliche und politische Verantwortung übernommen hatten, und zwar auch für Frieden und Krieg.

Wie kann wirklicher Friede gelingen?

Besonders Augustinus (354–430 n. Chr.) war es, der die beim römischen Rhetor und Philosophen Cicero (106–43 v. Chr.) anzutreffenden Äußerungen zum „Gerechten Krieg“ (bellum iustum) aufgriff, diese entfaltete und präzisierte, und zwar im Hinblick auf friedenspolitische Entscheidungen im Kontext des römischen Staats. Diese sogenannte Bellum-iustum-Theorie hat später der Philosoph und Theologe Thomas von Aquin (1225–1274) systematisiert. Im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges, der sogenannten Konfessionskriege, offenbarte sich, dass jene Lehre in eine Krise geraten war. Wie kann wirklicher Friede gelingen unter den Bedingungen der sich herausbildenden Nationalstaaten und der scheinbar nicht zu überbrückenden konfessionellen Gegensätze? In diesem Zusammenhang wird wiederholt deutlich, dass Christinnen und Christen große Verantwortung für Frieden in der Welt haben, unter welchen Bedingungen auch immer.

Lehre vom „Gerechten Frieden“

Nach mehreren grausamen Kriegen und unvorstellbaren Gewaltausbrüchen im 20. Jahrhundert haben Christinnen und Christen begonnen, eine Lehre des gerechten Friedens zu entwickeln. War die Lehre des gerechten Krieges eine Gewaltbegrenzungstheorie auf normativer Ebene, so ist der Anspruch der Lehre des gerechten Friedens der, die Bedingungen und Umstände, die Krieg und Gewalt begünstigen und befördern, strukturell zu beseitigen. Das heißt, gerechte Strukturen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik tragen nicht unerheblich dazu bei, das Ausbrechen von Krieg und Gewalt zu minimieren. Dass Gerechtigkeit und Frieden zwei Seiten einer Medaille sind, wird an einer Stelle im Psalter, dem Gebetsbuch Israels, in poetischer Weise formuliert: „Gerechtigkeit und Friede küssen sich“ (Ps 85,11). Auch vor diesem Hintergrund lässt sich die Seligpreisung „Glückselig die, die Frieden bewirken, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5,9), tatsächlich als eine Aufforderung verstehen, Frieden in der Welt aus christlicher Verantwortung heraus aktiv mitzugestalten. Denn gerade der jesuanische Geist, der in dieser Seligpreisung so unverkennbar zum Ausdruck kommt, ist zugleich Movens für Christeninnen und Christen, sich für einen gerechten Frieden in dieser Welt einzusetzen. Dass dieser stets brüchig ist, ist bekannt.

Da Christinnen und Christen keine weltfremden Schwärmerinnen und Schwärmer sind, wissen sie, dass es den himmlischen Frieden in dieser Welt nicht geben wird. Schon einige sind in der Geschichte im vermeintlichen Namen Jesu oder auch ohne ihn aufgetreten, um den ewigen Frieden herzustellen; am Ende haben sie eine Hölle hinterlassen. Ewiger Frieden oder Hölle auf Erden – ist das die Alternative?

Dennoch wissen sich Christinnen und Christen von ihrem Glauben her dazu aufgerufen, alles zu tun, gerechten Frieden mit nachdrücklichem Druck und nicht nachlassendem klugen Engagement sanftmütig anzustreben und diesen zugleich von Gott zu erbitten. „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land (= die Erde) erben“ (Mt 5,5). Hiermit sind alle Menschen engesprochen, unabhängig davon, ob sie Christen sind oder nicht, angesprochen. Gerechter Friede kennt schließlich keine Bekenntnisgrenzen; denn auch hier gilt ein Wort Jesu uneingeschränkt bis heute: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16).

Die Autorin Sylvia vom Holt ist Pastoralassistentin mit Schwerpunkt Militärseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Insbesondere während ihres Theologiestudiums wurde ihr bewusst, dass sie die Kategorialseelsorge fasziniert – pastorale Arbeit an Orten, die auf den ersten Blick wenig mit Kirche zu tun haben. Doch gerade in diesen speziellen Bereichen, beispielsweise in der Polizeiseelsorge, im Katastrophenschutz oder in der Militärseelsorge, wird die Arbeit als Theologin oder Seelsorgerin dringend gebraucht. Deshalb hat sie sich für eine Ausbildung als Pastoralreferentin in der Militärseelsorge entschieden, weil sie der Mensch unter der Uniform interessiert.

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Nadin Schley
Freie Journalistin & Redakteurin
Eberhard-Roters-Platz 14
10965 Berlin

T.: 0178 - 669 660 4

Flyer Telearbeit

GKS / Information

Telearbeit und mobiles Arbeiten sind aus dem dienstlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Gerade in der COVID-19-Pandemie hat sich dies überdeutlich gezeigt. Aber auch in normalen Zeiten nimmt die Bedeutung von Telearbeit und mobilem Arbeiten zu, denn die Lebensentwürfe der Soldatinnen und Soldaten sind in ihrer Vielfalt ein Spiegelbild unserer offenen und demokratischen Gesellschaft mit sich wandelnden Vorstellungen, Notwendigkeiten und Bedürfnissen.
Besonders das Spannungsfeld der Vereinbarkeit von Familie und Dienst hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend gewandelt. Familien tragen mehr noch als in der Vergangenheit die zusätzlichen Lasten des Soldatenberufes. Hier bieten die verschiedenen Modelle der Telearbeit und des mobilen Arbeitens große Chancen der Entlastung.
Trotz vorhandener Regelungen ist die Umsetzung jedoch weiterhin von Unsicherheiten, Vorbehalten und Vorurteilen geprägt.
Die GKS macht mit diesem Flyer ein Angebot zur Verbesserung der Handlungssicherheit von Soldat*innen und Vorgesetzten und liefert einen Beitrag zur Diskussion der Maßnahmen des Programms „Innere Führung heute“.

Gerne senden wir Ihnen den Flyer auch in gedruckter Form zu.

Bitte wenden Sie sich an die Bundesgeschäftsstelle
per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
Mobil: 0170-3115216.

Anhang:
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