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Wehrbeauftragte Högl will mehr Trauma-Therapien für Soldaten

KNA

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) fordert angesichts dramatischer Szenen bei der Bundeswehr-Rettungsaktion in Kabul mehr Trauma-Therapien für aktive Soldaten und Afghanistan-Veteranen. „Seelische Belastungen, Traumata aus dem Einsatz - das muss ganz intensiv nachbereitet werden. Wir brauchen mehr und gezielte Angebote für Soldatinnen und Soldaten, damit sie die schrecklichen Erfahrungen loswerden können“, sagte Högl der Düsseldorfer Rheinischen Post. Das gelte auch für ehemalige Soldaten, die in den vergangenen 20 Jahren am Hindukusch gekämpft hätten. „Die sehen das und machen alles noch einmal durch.“

Högl lobte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die für den Einsatz nach eigenen Worten den Kopf hinhalten will. „Das ist eine Rückendeckung, die ich so deutlich noch nie von einem Verteidigungsminister oder einer Verteidigungsministerin gehört habe. Sie verknüpft das offensichtlich mit ihrem eigenen politischen Schicksal.“ Bei den Soldaten nehme sie weder übermäßige Wut noch Enttäuschung über die verspätete Evakuierung von Ortskräften wahr.

Högl wünscht sich eine Aufarbeitung des gesamten Afghanistan-Einsatzes in einer Enquete-Kommission des Bundestages: „Es muss schonungslos und sorgfältig bilanziert werden. Dabei sollten auch laufende Bundeswehr-Einsätze kritisch geprüft werden: „Wir müssen nach der Wahl noch einmal intensiv über Sinn und Zweck der Mali-Mission reden.“

Scharf kritisierte die Wehrbeauftragte die angekündigte Enthaltung der Linkspartei bei der Abstimmung im Bundestag an diesem Mittwoch über das Evakuierungsmandat in Kabul. „Ich finde das indiskutabel.“ Die ganze Welt schaue auf die Bundeswehr. „Da kann man zustimmen, auch wenn man das Militär kritisch sieht oder den Afghanistan-Einsatz bisher falsch fand.“

 

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