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69. Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge in Ingolstadt

 

Auf Einladung des Katholischen Militärbischofs, Dr. Franz-Josef Overbeck, fand im Zeitraum 05. – 09. Oktober 2026 in Ingolstadt die 69. Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge statt. Die Veranstaltung stand unter dem wichtigen Thema „Jüdisches Leben in Deutschland“.

Wie immer waren hierzu auch Vertreter des katholischen Laienapostolats herzlich eingeladen. Aufgrund einer Erkrankung des Vorsitzenden des Katholikenrates übernahm kurzfristig der Bundesvorsitzende der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS), Herr Ulrich Schäffer, diese Aufgabe ein Grußwort an die Versammelten katholischen Militärpfarrer und Militärseelsorgeassistenten sowie geladene Ehrengäste aus Belgien, der Slowakei und Österreich, von verschiedenen katholischen Instituten aus der Region und natürlich Vertreter der jüdischen Militärseelsorge.

In einer klaren und deutlichen Ansprache und späteren Diskussion machte der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Herr Dr. Dr. h.c. Josef Schuster sowie der Bundesrabbiner Zsolt Balla, unmissverständlich klar, wie gefährdet jüdisches Leben in Deutschland heute wieder ist durch Antisemitismus von rechts, links und Islamisten. Zwei beeindruckende Vorträge die mit sehr Applaus bedacht wurden.

Dabei machte Dr. Schuster vor allem klar, dass es heute nicht mehr um „Schuld“ in Deutschland gehe, sondern um „Verantwortung“. Zudem stellte er klar, dass Kritik an Israelischer Politik eindeutig nicht antisemitisch ist, aber Pauschalurteile gegen jüdischen Glauben, Jüdinnen und Juden aber sehr wohl antisemitisch seien.

Zolt Balla fragte die Anwesenden, an welcher Stelle sich die jüdische Militärseelsorge 5 Jahre nach ihrer Indienststellung befinde. Er machte dies klar an einem Bild aus dem Talmud von drei Stufen klar: eines Flusses, eines Topfes und eines Vogels.

Während der Fluss zwei Seiten hat, die es zu überwinden gilt (Stufe 1), steht der Topf für die Gegensätze Wasser und Feuer, die einander brauchen, um Wasser zu erhitzen. Ohne Topf würde das Feuer sofort wieder durch das Wasser ausgehen (Stufe 2). Als dritte und letzte Stufe nannte er den Vogel, der sich sowohl auf der Erde, als auch im Himmel bewegen kann. Das eröffnet ihm verschiedene Perspektiven. Es wurde zudem die Bedeutung „Shalom“ erläutert, dass nicht nur „Frieden“ bedeutet, sondern „harmonisches Zusammenwirken“. Insgesamt nach diesen 5 Jahren sieht der Bundesrabbiner die erste Stufe erreicht, in dem Brücken gebaut wurden.

In dieser Sichtweise machte der Bundesvorsitzende der GKS klar, wie wir alle dazu beitragen können, jüdisches Leben in Deutschland vor Antisemitismus und Anfeindungen jedweder Art schützen können und müssen. Die Rede wurde sogar mit einem Zwischenapplaus bedacht. Die Rede wird hier deshalb gerne zur Weiternutzung veröffentlicht.

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