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UN: Erklärung gegen Explosivwaffen in Wohngebieten geplant

KNA

Bild: iStock

In Genf wollen in dieser Woche Vertreter von mehr als 70 Staaten, UN-Organisationen, humanitären Organisationen und der Zivilgesellschaft eine politische Erklärung gegen den Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten aushandeln.

Angesichts der verheerenden Bombardierungen der Zivilbevölkerung in der Ukraine, in Jemen oder Syrien sei ein internationales Abkommen zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Explosivwaffen in Wohngebieten dringend erforderlich, erklärte die Organisation Handicap International (Dienstag) in München.

Seit zwei Jahren wird um eine politische Erklärung gerungen, die den Einsatz von Mörsergranaten, Raketen, Artilleriegranaten oder Sprengfallen in bewohnten Gebieten regeln soll. Zudem sollen bei der dreitägigen Konferenz in Genf Hilfen für Opfer sowie eine Verpflichtung für das Militär festgeschrieben werden, die Zivilbevölkerung besser zu schützen.

Unter der Leitung Irlands hatte dieser diplomatische Prozess im Oktober 2019 begonnen, wurde aber durch die Corona-Pandemie unterbrochen und verzögert. Die massiven und systematischen Bombardierungen hätten die schlimmste humanitäre Krise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst, beklagt Handicap International. Explosivwaffen verursachen schreckliches Leid. Wenn sie nicht töteten, fügten sie ihren Opfern Verletzungen zu, die oft zu lebenslangen Behinderungen und schweren Traumata führten. Sie zerstörten Häuser, Schulen, Krankenhäuser - sodass Verletzte oft nicht einmal versorgt werden können.

Laut dem Jahresbericht 2021 von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres über den Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegsgebieten waren 2020 weltweit mehr als 50 Millionen Menschen von Konflikten in städtischen Gebieten betroffen. Wenn Explosivwaffen in Wohngebieten eingesetzt werden, stammen nach Angaben der Organisation 90 Prozent der Getöteten und Verletzten aus der Zivilbevölkerung.

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