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UN-Bericht: Zahl der Binnenvertriebenen erreicht Höchststand


Von Burkhard Jürgens KNA

Quelle: iStock

Die Zahl der Binnenvertriebenen ist ungeachtet der Reisebeschränkungen durch die Pandemie dramatisch gestiegen. Laut dem am Mittwoch vorgelegen World Migration Report der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mussten im Jahr 2020 weltweit 40,5 Millionen Menschen aufgrund von Katastrophen, Konflikten und Gewalt ihre Heimat verlassen, 9 Millionen mehr als im Vorjahr. Dabei war nach Ausbruch des Corona-Virus die Zahl der Reisenden global um 60 Prozent eingebrochen - von 4,6 Milliarden auf 1,8 Milliarden. Der Generaldirektor der UN-Organisation, Antonio Vitorino, sprach von einem nie zuvor in der Menschheitsgeschichte gesehenen Paradox. Während Milliarden Menschen wegen Covid-19 festgesessen hätten, seien Dutzende Millionen zwangsweise von zuhause vertrieben worden.

Der 540-seitige Bericht untersucht anhand von Daten und Analysen die Veränderungen von Mobilität und Migration unter dem Einfluss der Corona-Krise in den vergangenen zwei Jahren. Laut dem Report gab es Ende 2020 weltweit 281 Millionen internationale Migranten. Obgleich dies fast dreieinhalb Mal soviel waren wie 50 Jahre zuvor (84 Millionen), erhöhte sich ihr Anteil an der Weltbevölkerung in diesem Zeitraum nur von 2,4 auf 3,6 Prozent - 96,4 Prozent aller Menschen lebten vergangenes Jahr in dem Land, in dem sie geboren wurden.

Von den 40,5 Millionen neuen Binnenvertriebenen 2020 mussten sich mehr als drei Viertel (30,7 Millionen) aufgrund von Naturkatastrophen auf die Flucht begeben, allein 5,1 Millionen auf den Philippinen. In knapp einem Viertel der Fälle (9,8 Millionen) waren Konflikte und Gewalt die Ursache. Die meisten Betroffenen zählten die Demokratische Republik Kongo (2,2 Millionen) und Syrien (1,8 Millionen), gefolgt von Äthiopien (1,7 Millionen), Mosambik (0,6 Millionen) und Burkina Faso (0,5 Millionen). Durch die Ereignisse in Afghanistan wird der jetzige Höchststand neuer Vertreibungen nach Einschätzung des Berichts noch übertroffen werden. Insgesamt lebten Ende 2020 nach Schätzungen des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC), die der Report zitiert, weltweit 55 Millionen Menschen als Binnenvertriebene, davon 48 Millionen aufgrund von Konflikten und Gewalt, 7 Millionen aufgrund von Naturkatastrophen.

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