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Katholikenkomitee beginnt Ära in Berlin mit neuer Präsidentin


Von Christoph Scholz und Joachim Heinz (KNA)

Die neue Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hat sich offen für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gezeigt. „Ich finde, der Zeitpunkt ist gekommen, dass wir fragen müssen, ob es noch verhältnismäßig ist, die Freiheit zur Nichtimpfung aufrechtzuerhalten und auf der anderen Seite in Kauf zu nehmen, dass täglich immer mehr Menschen sterben“, sagte Stetter-Karp in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Grundsätzlich gelte es, in der Corona-Krise die Balance zwischen Freiheit und Selbstbestimmung einerseits sowie Solidarität und Verantwortung andererseits neu auszutarieren, fügte sie hinzu.

Auf die Frage, ob sie die Einschätzung teile, dass die Kirchen in der Corona-Zeit zu wenig präsent waren, antwortete Stetter-Karp, sie bedauere, „dass wir uns in den zurückliegenden Monaten nicht immer angemessen um die Menschen kümmern konnten“.

Stetter-Karp ist Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes und eine der Moderatorinnen des katholischen Reformprojekts Synodaler Weg. Seit dem Vorjahr ist sie auch Präsidentin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge.

Die neue Präsidentin betonte, mit dem im Januar anstehenden Umzug nach Berlin wolle das ZdK in der Hauptstadt auch politisch präsenter sein. Innerkirchlich will sie nach eigenen Worten leidenschaftlich für Reformen kämpfen. Der synodale Prozess sei unverzichtbar, um den 50-jährigen Reformstau zu lösen. Sie stehe für eine diakonische Kirche, die Anerkennung der Menschenrechte und die Anerkennung von Vielfalt. Allerdings setze einem die Kirche in manchen Moment gehörig zu mit ihrer männerbündischen Beharrlichkeit, um nicht Starrsinn und Machverliebtheit sagen zu müssen, so die ZdK-Präsidentin. Gesellschaftspolitisch mahnte Stetter-Karp das Laiengremium: Die binnenkirchliche Debatte darf uns nicht aufsaugen. Die Katholiken könnten es sich nicht leisten, sich weiter ins Abseits zu spielen.

So rief das ZdK auch zu einem humaneren Umgang mit Flüchtlingen und Migranten auf und bekräftigte die Istanbul-Konvention, die Gewalt gegen Frauen bekämpft. Das ZdK bekundete seinen Willen, bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirchen mit Betroffenen zusammenarbeiten.

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