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GKS
Der Nahe und Mittlere Osten in Schönstadt auf´m Berg

Süd / Kreis Ingolstaddt / 2021

Dekan Eckert, Lt Rost, Dr. Pabts, OTL HoferDekan Eckert, Lt Rost, Dr. Pabts, OTL Hofer

Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten Kreis Ingolstadt (Bereich Süddeutschland) lud zum ersten Themenwochende nach langer Coronazwangspause vom 16. bis 18. Juli 2021 ins Haus der Familie nach Schönstadt auf´m Berg bei Waltenhofen-Memhölz ein, welches das Thema „Naher und Mittlerer Osten“ trug.

Über 30 teilnehmende Soldatinnen und Soldaten, Ehemalige und Familienangehörige aus den Bundeswehrstandorten Ingolstadt, Manching, Neuburg a.d.D., Roth, München und Ulm folgten der Einladung in das alpenvorländische Allgäu. Der Gedanke der Regionalisierung von Veranstaltungen eines GKS-Kreises konnte hierbei erneut erfolgreich angewandt werden.

Aufgrund der Regelungen zur Eindämmung der Pandemie war es der GKS erstmals nicht möglich, eine Kinderbetreuung in Verantwortung des Veranstalters anzubieten. Die hierüber vorab informierten Eltern teilten sich z.T. diese Aufgabe, sodass die Kinder die großzügigen Außenanlagen trotzdem unbeschwert genießen und viele interessierte Teilnehmende der Vortragsreihe zum Thema beiwohnen konnten.

Der Bereichsvorsitzende der GKS für Süddeutschland, Leutnant Marcel Rost und der stellvertretende Militärdekan für Bayern, Herr Dekan Eckert begleiteten das Wochenende und unterstützten den Kreisvorsitzenden von Ingolstadt, Oberstleutnant Hermann Hofer bei der Durchführung.

Durch Vermittlung der Hanns-Seidel-Stiftung konnte Herr Dr. Martin Pabst als Referent gewonnen werden. Er ist selbstständiger Politikwissenschaftler und Leiter des Büros Forschung und Politikberatung München. Mit seiner reichen Erfahrung und seinem Fachwissen, untermauert durch persönliche Reiseberichte konnte der Referent eindrucksvoll die Zusammenhänge im Nahen und Mittleren Osten in zwei Vorträgen darstellen. Als Stabsoffizier der Reserve konnte er zudem die Relevanz der Vorgänge in der Region für die Bundeswehr auch im Hinblick auf ein mögliches zukünftig neues Einsatzgebiet herausarbeiten.

Im Schwerpunkt schilderte Dr. Pabst die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des „Arabischen Frühlings“ beginnend in 2011 bis zum Bürgerkrieg und seine Folgen in Syrien. Ausgelöst durch den Sturz der Machthaber in Tunesien und Ägypten gipfelte die Krise stattlicher Legitimität in einem Bürgerkrieg zwischen militärischen Kräften, demokratiefreundlichen jungen Aktivisten und entmachteten Eliten. Die komplexen Einflüsse religiöser Gruppen aber auch ausländischer Mächte wie Russland, USA und Iran wurden durch den Politikwissenschaftler anschaulich erklärt und mit eigenen Reiseerfahrungen untermauert.

Im zweiten Vortragsteil stand der Krieg in Syrien mit seinen Ursachen sowie dem aktuellen Stand im Vordergrund. Getragen durch den „Arabischen Frühling“ organisierten sich verschiedene Interessensgruppen für und gegen die machthabende Familie al-Asad. Unterschiedlichste, z.T. radikalisierte Akteure und Machtansprüche verschärft durch ungleich verteilte Privilegien an Minderheiten führten zu Unruhen und letztendlich zu bewaffneten Konflikten in zunächst den östlichen Landesteilen, welche sich später zu einem landesweiten zerstörerischen Bürgerkrieg ausweitete. Dementsprechend zersplittert entwickelte sich die Lage, die durch ausländische Akteure, vor allem in den nördlichen Landesteilen und zusätzlich durch die landesweiten Fluchtbewegungen immer noch weit von einer Befriedung entfernt ist.

Dekan Eckert bei der Feier der Heiligen MesseDekan Eckert bei der Feier der Heiligen Messe

Vor dem Hintergrund der aktuellen Einsätze der Bundeswehr wurde unter den Teilnehmenden diskutiert, inwieweit ein dauerhafter Friede oder gar eine Demokratisierung in der Region in Anbetracht unterschiedlicher Feindbilder und einer ganz anderen Kultur gelingen kann.

Zusammenfassend war der Motor für Proteste und Aufstände der vorwiegend jüngeren Generation die Bildung, Zugang zu Informationen und die Fähigkeit zur Organisation über Sozial Media sich gegen die unterdrückerischen Regime zu stellen. Ihnen gegenüber standen und stehen gut organisierte und militärisch unterstütze Eliten, die ihre Macht erhalten wollen und auch in Zukunft Konflikte hervorrufen werden. Solange diese Gegensätze bleiben, ist eine Befriedung der Region schwer vorstellbar und weitere Bundeswehreinsätze wahrscheinlich.

Neben diesem hochkarätigen bildenden Anteil, konnten die Teilnehmenden auch die Begegnung nach langer Pause im Rahmen des Corona-Möglichen pflegen.

Am Sonntag feierte Herr Dekan Eckert vom katholischen Militärdekanat München die Heilige Messe in der hauseigenen Kapelle, welche u.a. durch die teilnehmenden Kinder mitgestaltet wurde. Die drei Ziele der GKS, Begegnung-Besinnung-Bildung, konnten damit an diesem ersten Wochenende des Kreises Ingolstadt nach 17 Monaten unfreiwilliger Unterbrechung erreicht werden. Die nächsten Veranstaltungen des Kreises sind für den Frühsommer und Spätherbst 2022 geplant.

Text und Bild: Oberstleutnant Hermann Hofer, Kreisvorsitzender

 

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