Nachruf auf Oberstleutnant a.D. Helmut Jermer

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Helmut JermerAm 18. Mai 2021 erreichte die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) die Nachricht, dass ihr langjähriges Mitglied Oberstleutnant a.D. Helmut Jermer am 23. April d.J. überraschend verstorben ist.
Helmut Jermer hatte sich seit Mitte der 1980er Jahre − auf dem Höhepunkt der in Gesellschaft und Kirchen geführten Diskussion um eine ethische Begründung des militärischen Dienstes − in der GKS engagiert. Hier fand Helmut Jermer Gleichgesinnte, mit denen er seine Position − „Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, verstehe sich als Diener der Sicherheit der Völker …“ – in den Meinungsprozess von Kirche, Politik und Gesellschaft einbringen konnte. Als 1985 die GKS einen Sachausschuss „Sicherheit und Frieden“ gründete, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich dort mit seiner Diskussionserfahrung und Argumentationssicherheit über Jahrzehnte einzubringen.
Bei der Bearbeitung eines Grundsatzprogramms der GKS „Gemeinsam in die Zukunft! Ziele und Wege“ im Jahr 1986 und dessen Weiterentwicklung 2010 nahm H. Jermer wesentlichen Einfluss auf die Formulierung und den Inhalt von „Leitsätzen“, „Prinzipien“ und „Selbstverständnis“ der GKS. Im Jahr 1987 billigte die Bundeskonferenz seinen ästhetisch ansprechenden Entwurf für ein „Kreuz der GKS“, das durch seine Kreis-Symbolik unsere Gemeinschaft versinnbildlicht und heute das Traditionszeichen der GKS ist.
Besonders am Herzen lag Helmut Jermer die „Innere Führung“ als „neue und originäre Führungskultur der Bundeswehr“. Als 1989 ein Sachausschuss „Innere Führung“ gegründet wurde, war er sofort zur aktiven Mitarbeit bereit und übernahm nach einigen Monaten auch bis 2001 impulsgebend dessen Leitung.
Die Positionen der GKS und seine eigenen klaren Gedanken zu Frieden, Sicherheit, Führungskultur und Selbstverständnis heutiger Soldaten hat er in zahlreichen Beiträgen zur Verbandszeitschrift AUFTRAG der GKS zum Ausdruck gebracht.
In den Jahren 2003 bis 2005 übernahm Oberstleutnant a.D. Jermer die Aufgabe des Pressesprechers der GKS. Auch in dieser Tätigkeit blieb er ein kritischer Geist, der keiner Diskussion über friedensethische Fragen aus dem Weg ging.
Sein großes Engagement für die Kirche unter Soldaten endete nicht an den Grenzen der Militärseelsorge, sondern war auch darüber hinaus sichtbar. GKS KreuzDie Mitgliedschaft im ZdK (1988 – 2000) sowie in der ständigen Arbeitsgruppe „Dienste für den Frieden“ der Kommission Justitia et Pax nutzte Jermer dazu, die Sicht katholischer Soldaten auf die friedensethischen Grundfragen einzubringen und um Verständnis dafür zu werben.
Bis zu seinem Tode war es für Helmut Jermer eine Selbstverständlichkeit, offen und ehrlich seine Meinung in die GKS hineinzutragen und damit Diskussionen anzustoßen. Seine Ratschläge und Gedanken waren unserer Gemeinschaft viele Male eine wertvolle Hilfe.
Wir werden das Andenken an Oberstleutnant a.D. Helmut Jermer in Ehren halten und bitten unseren Herren und Gott, ihm den Frieden zu schenken.

Andreas Quirin
Stabshauptmann und Bundesvorsitzender

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