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Hilfswerke: Nato-Abzug aus Afghanistan katastrophal

© KNA Bonn

Fuerbittkerze klNach einer Entscheidung der USA hat die Nato angekündigt, ab Mai ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen.
Katholische Hilfswerke kritisieren den sich abzeichnenden Abzug der Nato-Soldaten aus Afghanistan. „Aus humanitärer Sicht ist dieser überhastete Abzug eine Katastrophe“, sagte Caritas international-Leiter Oliver Müller am Donnerstag. Es drohten Instabilität, eskalierende Gewalt und Entwicklungsrückschritte um Jahrzehnte. „Alles, was in Afghanistan in den vergangenen Jahren erreicht wurde, ist sehr fragil.“
Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon ergänzte: „Die westlichen Truppen verlassen nun in sehr kurzer Zeit eines der für die Zivilbevölkerung unfriedlichsten und gefährlichsten Länder der Welt, das in den 20 Jahren ihrer Präsenz keine Stabilität gefunden hat.“ Allein im Jahr 2021 habe die Zahl der Kriegstoten bereits um 30 Prozent zugenommen, die Gewalt werde auch weiterhin ein alltäglicher Begleiter der Zivilbevölkerung in Afghanistan bleiben.
Zusätzlich zeichnet sich laut Caritas wegen geringer Schneefälle im Winter eine Dürre ab. „Schon das allein wird die humanitäre Lage extrem verschlechtern“, so Müller. Zu erwarten sei, dass noch mehr Afghanen das Land verlassen wollten. „Die jungen Afghanen brauchen Bildung, Arbeit, medizinische Versorgung und ausreichend Zugang zu Lebensmitteln und sauberem Wasser, sonst droht dem Land ein Exodus.“ Auch Misereor betonte, dass humanitäre Hilfe und internationale Unterstützung auch nach dem Truppenabzug weiterhin notwendig sein werde.
afghanistan 79492Das Hilfswerk werde seine langjährigen Partnerorganisationen vor Ort nicht im Stich lassen. „Viele von ihnen waren schon vor dem Krieg unter dem Regime der Taliban tätig und nehmen bis heute wichtige soziale Aufgaben wahr, die der fragile Staat nicht leistet“, so Bröckelmann-Simon. Caritas international ist seit langem in Afghanistan engagiert und leistet in verschiedenen Landesteilen humanitäre und Entwicklungshilfe.

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