Militärbischof äußert sich zur Frage bewaffneter Drohnen (KNA)

General a.D. Karl-Heinz LatherBildnachweis: Shutterstock

GKS / Bund / Drohnen

KNA Aktuell vom 24. Februar 2021

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck äußerte sich auch zur anhaltenden Debatte der Berliner Regierungskoalition um eine Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr. „Die verantwortliche Auseinandersetzung darüber ist seit einiger Zeit leider zum politischen Zankapfel geworden“, klagte er. Sie sei „allzu oft der Komplexität der Angelegenheit nicht angemessen“. Es werde nicht genug gesehen, dass bewaffnete Drohnen auch dem Schutz der Soldatinnen und Soldaten dienen könnten. Zugleich zeigte sich der Bischof grundsätzlich beunruhigt über die Möglichkeiten bewaffneter Drohnen. „Vielleicht stehen wir hier, was den Einsatz von militärischen Mitteln angeht, an einer Zeitenwende“, sagte er unter Bezug auf den jüngsten Konfikt zwischen Armenien und Aserbaidschan, bei dem viele Beobachter dem Einsatz bewaffneter Drohnen große Bedeutung zusprachen. Overbeck wörtlich: „Ethisch darf es aber nicht dazu kommen, dass es auf Dauer einen Krieg ohne Menschen gibt. Nun droht aber genau diese Situation, dass man den Konflikt entpersonalisiert. Diese Grenze darf auf keinen Fall überschritten werden. Es muss immer eine personale Verantwortung derer geben, die mit anderen Kampfmitteln umgehen, als wir sie bislang gekannt haben.“

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