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Apostolat Militaire International (AMI)

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Geschichte und Entwicklung

Die Wurzeln des AMI als Organisation reichen in das Jahr 1965 zurück. Die Berliner Mauer war bereits errichtet, die Kuba-Krise gerade vorüber und ein Atomkrieg vermieden, der Vietnam-Krieg tobte. Die Frage von Ethik und Moral in Streitkräften stand weltweit auf dem Prüfstand. – Das II. Vatikanische Konzil war noch nicht abgeschlossen, doch wegbereitende Dokumente betreffend das Verständnis von Staat und Gesellschaft , die Gefahren für die Gesellschaften an sich, und die befürchteten Zukunftsentwicklungen, die Bedeutung und Wichtigkeit des christlichen Glaubens und des Lebens danach, bereits auf dem Weg.
Während einer internationalen Soldatenwallfahrt nach Santiago de Compostela im Jahr 1965 fanden sich Christen aus 10 verschiedenen Nationen in Uniform zusammen, um die Gedanken, die sie in ihren nationalen Streitkräften zur Frage der Verantwortung von Soldaten entwickelten, auf eine gemeinsame internationale Ebene zu heben. Man entschied sich AMI als Internationale Katholische Soldaten-Organisation zu gründen. Deutschland war damals mit Gründungsmitglied.
AMI ist eine Laienorganisation, die von der Delegiertenversammlung geleitet wird. Diese besteht aus dem Exekutivkomitee (EXCOM) und den Delegierten aus 18 Vollmitgliedersländern, 3 assoziierten Mitgliedsländern und 19 befreundeten Ländern aus insgesamt 5 verschiedenen Kontinenten.
Deutschland war mit General Kloss und Oberst a.D. Bringmann in mehreren Legislaturperioden als Präsidenten richtungsweisend für AMI tätig. Als weitere Soldaten der GKS waren Oberst a.D. Thiele, Oberstleutnant a.D. Auer und OStFw Koppers in leitenden Funktionen als Vizepräsidenten und Generalsekretäre tätig.
Seit 1.1. 2018 haben die Niederlande die Präsidentschaft mit Admiral Matthieu Boorsbom übernommen sowie Italien das Generalsekretariat mit Colonel Domenico D’Ortenzi.
AMI stellt sich der Herausforderung, wie der so wichtige christliche Wunsch nach Friede und Glauben am besten durch Christen in Streitkräften weitergetragen und praktisch gelebt werden könnte.

Ziele und Herausforderungen des AMI als NGO

Die Ziele der Arbeit des AMI sind im Wesentlichen das Ermöglichen, Unterstützen und Festigen der christlichen Vision von militärischem Leben und deren Werte weltweit. Einzelne Bereiche umfassen:

  • das Unterstützen, Fördern und Festigen internationaler Kooperationen und das gegenseitige Verständnis als Beitrag zur Festigung des Friedens auf der Welt,
  • das gemeinsame Auseinandersetzen im Licht des Evangeliums und der Lehren der Kirche mit den spirituellen, moralischen und sozialen Problemen, die für den militärischen Raum spezifisch sind,
  • das Unterstützen und Ermöglichen des Lebens christlicher Werte innerhalb der Familien von Soldaten,
  • das Leisten eines wesentlichen Beitrages zur Stärkung des Verantwortungsbewusstseins christlicher militärischer Führer,
  • das weltweite Weiterführen der ökumenischen Arbeit und das Bekanntmachen der Ziele und Arbeit von AMI in Ländern oder bei Vereinigungen, die noch nicht Mitglied von AMI sind,
  • das Leisten von Hilfestellung beim Aufbau von soldatischen Laienorganisationen in den Streitkräften und deren Erfahrungsaustausch.

AMI fokusiert sich auf die konkrete Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Evangelischen bzw. Anglikanischen und Orthodoxen Kirche und dem offenen Zugehen auf die Repräsentanten der Armeen von Staaten, die (noch) nicht Mitglied des AMI sind.
Insgesamt stellt sich AMI der Herausforderung, wie der so wichtige christliche Wunsch nach Frieden und dieser am besten durch Christen in Streitkräften weitergetragen und praktisch gelebt werden könnte. Als Leitfrage könnte die Frage lauten „Worth dying for?- wert dafür zu sterben?“. Als Antwort könnte man aber besser lauten „Worth living for – Wert, sich dafür einzusetzen“!
Der Soldatenberuf bedingt weltweit besonderer Herausforderungen. Sei es nun in der Tätigkeit als Soldat mit der Option und der Herausforderung des moralischen Einsatzes der verfügbaren Waffen und der Tatsache, dass Krieg zu einer unvorstellbaren Verrohung des Menschen sowie der Gefahr des Verlustes aller sozialen Empfindungen und des Rechtsbewusstsein führt. Oder seien es die Herausforderungen für die Familien, die das Rückrat des Soldaten an der „Heimatfront“ darstellen und lange Zeit ohne ein wesentliches Familienmitglied auskommen müssen, viele Umzüge an Dienstorte weltweit erfolgen können oder auch nur das „Wochenendpendeln“ zwischen dem Dienstort und dem Wohnort der Familien.
Diesen Herausforderungen stehen alle Soldaten aller Nationen weltweit gegenüber. Hier Hilfestellung zu leisten ist eine wesentliche Herausforderungen des AMI.

Was macht AMI?

Über die Jahrzehnte beschäftigt sich AMI mit allen Facetten des soldatischen Lebens und versucht, Handlungsanleitungen für christliches Verhalten, aber auch Grundwissen zu Gott und zum Leben zu vermitteln.

Als eines der wichtigsten Dokumente von AMI ist die Deklaration von Berlin des Jahres 2010 anzuführen, die den Titel „Der christliche Soldat als Diener eines gerechten Friedens“ führt.
In 41 Punkten wird das gesamte Spektrum moralischer Herausforderungen der gegenwärtigen Zeit angesprochen und zur jeweiligen Frage auch eine Antwort angeboten.
AMI diskutiert die Frage der christlichen Soldatenfamilie und es hinterfragt Ethik, Moral und Gewissen im Einsatz anhand der Entwicklung der vergangenen einhundert Jahre. – Und AMI will dabei wissen, was wir an Herausforderungen für künftige Konflikte daraus ableiten können.

AMI fragt nach der Bedeutung von „Pacem in Terris“ 50 Jahre genauso, wie der Berechtigung von „Gaudium et Spes“:
Stimmt also die Feststellung noch, „Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei.“(Gaudium et Spes, 79)?

AMI trägt dazu bei, uns alle zu Zeugen Gottes zu machen, indem wir unsere Aufgabe recht erfüllen. Gleichzeitig sind wir in der Lage, durch die Bereitstellung unserer Erfahrungen und unserer Erklärungen und Publikationen auch anderen Berufsgruppen, die unter ähnlichen Bedingungen arbeiten und ebenfalls grenzwertige Erfahrungen bestehen müssen, zu unterstützen. Diese beziehen sich auf den psychischen Druck, politische Einschränkungen der Handlungsmöglichkeiten, die „Kraft der Kameradschaft“ im Soldatenberuf und die des christlichen Umganges miteinander, mit dem man gemeinsam auch schwierigste Situationen besser bewältigen kann.

AMI erarbeitet Leitlinien, was für uns Christen möglich und was nicht mehr möglich sein kann und darf, und formuliert dies so, dass es auf allen Ebenen der Soldaten, der Politik bis hin zum Vatikan verstanden wird.

AMI stellt daher seine Generalversammlungen und Konferenzen jeweils unter ein bestimmtes Thema, das den Rahmen für die Konferenz vorgibt. Regelmäßig wird das Gastgeberland der Koferenz eingeladen, an der Themenstellung mitzuwirken und inhaltliche Beiträge zu leisten.

Seit 2018 beschäftigt sich AMI mit der dem Themenkomplex EXPANDING CIRCLES (sich weitende Kreise). Vorerst hat AMI fünf Kreise erkannt, aber, so wie man einen Stein ins Wasser wirft und dieser dann konzentrische Wellen erzeugt, könnten auch weitere Kreise folgen.

Das Ziel ist, AMI bedeutsamer und funktioneller zu machen, im gleichen Moment aber den Soldaten in den Mittelpunkt der Arbeit stellend und handlungsfähig zu Fragen von Krieg und Frieden auf strategischer Ebene zu sein.

Im ersten Kreis steht der einzelne Soldat, mit seinen eigenen Werten, eigenen Gedanken und eigenen Erfahrungen. Darauf folgt der zweite Kreis der das Netzwerk von Familie und Freunden des Soldaten umfasst und sich mit deren relevanten Themen beschäftigt. Das Arbeitsumfeld stellt den dritten Kreis dar und umfasst darüber hinaus die militärischen Organisationen und ihre laienhaften militärischen katholischen Vereinigungen, einschließlich der Militärordinariate. In allen drei Kreisen sind die Militärseelsorger oft die ersten, die dem einzelnen Soldaten zuhören und ihn in seinen Sorgen und Fragen unterstützen. Der vierte Kreis umfasst die jeweilgen Nationen und sind für die Soldaten zielgebend für die jeweiligen Kulturen. Der fünfte Kreis umfasst die Multinationalen Organisationen, Kooperationen und Bündnisse. Sie liefern die Beschlüsse zum Handeln und gegenseitigen Kooperationen. Der Vatikan könnte Bestandteil dieses Kreises sein bietet einen Rahmen für Fragen zu Krieg und Frieden.

AMI wird sich damit auch in Zukunft mit den Herausforderungen des Dienstes grundsätzlich, den moralisch-ethischen Herausforderungen an das Gewissen durch und bei (künftigen) Konflikten, deren Rahmenbedingungen, Ursachen und Problematiken auseinandersetzen. AMI hat sich auf die Fahne geschrieben, alles zu unternehmen, um zu mahnen und ethische Hilfestellung zu geben, aber auch den Soldaten die Gewissheit zu ermöglichen, dass sie ihren Dienst als Soldaten „recht“ erfüllen können.

Im Jahr 2020 wird die 55. Generalversammlung des AMI aufgrund der COVID-19 Pandemie erstmals als Videokonferenz ausgetragen werden. Dieser Sachverhalt ist richtungsweisend und zeigt gleichsam, dass AMI neue, an der Wirklichkeit orientierte Medien nutzen will. AMI möchte in Zukunft seine Arbeit auch stärker auf soziale Medien abstützen. So wurde eine eigene „AMI-App“ entwickelt, die basierend auf der App: „Tweeting with god“ die Probleme der Soldaten und deren Herausforderungen im täglichen Dienst behandelt. Zur Soldatenwallfahrt nach Lourdes im Jahr 2020 sollte sie offiziell vorgestellt werden und ans Netz gehen. Durch die COVID-19 Pandemie musste der Start leider in das Jahr 2021 verschoben werden.

Darüber hinaus ist AMI auf den sozialen Netzwerken wie facebook und Instagram vertreten. Die Webside wird ständig auf aktuellem Stand gehalten und umfasst alle bisher erstellten Erklärungen und Publikationen.

Für das Jahr 2021 ist eine Generalversammlung des AMI in London vorgesehen. Die Einladung durch den britischen Militärbischof Monsignore Paul Mason ist bereits erfolgt.

https://www.apostolatmilitaire.com/de/

 

 

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