PRESSEMITTEILUNGEN

Stellungnahme der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS)

für die Bistumspresse Osnabrück:

Grundlagen:

  • Erklärung „Der Friede ist möglich", 2004
  • Kriterien für Auslandseinsätze „Verantwortung übernehmen – moralisch handeln", 2008

Verfügbar bei:

http://www.gemeinschaft-katholischer-soldaten.de/index.php/erklaerungen-der-gks

1. Wäre die GKS froh darüber, wenn der Einsatz beendet würde?

Die Bundesrepublik Deutschland engagiert sich auf verschiedenen Feldern, um auf der Basis von Sicherheit und Stabilität eine menschenwürdige Zukunft für das afghanische Volk zu unterstützen. Dies geschieht eng abgestimmt mit den anderen dort engagierten Nationen der internationalen Gemeinschaft. Durch dieses verflochtene Engagement ist es nicht ohne weiteres möglich, die Soldaten kurzfristig zurückzuziehen. Wenn der vom Parlament im Rahmen des Gesamtkonzeptes für Afghanistan an die Soldaten erteilte Auftrag erfüllt ist, dann können die Soldatinnen und Soldaten wieder in die Heimat zurückkehren. Darüber wären dann sicherlich alle froh, nicht nur die Gemeinschaft Katholischer Soldaten.

2.  Erwartet die GKS seitens der Regierung konkrete Pläne für einen Rückzug aus Afghanistan?

Allein schon mit dem Eingreifen und dem gegenwärtigen Engagement sind alle beteiligten Nationen eine Verpflichtung gegenüber dem afghanischen Volk eingegangen. Ein Rückzug ohne wirkliche Veränderungen des alten Zustandes ist daher nicht vertretbar. Die GKS fordert schon seit 2004 für jeden Einsatz ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept, welches auch die Bedingungen für das Ende der Mission eindeutig festlegt. Das Ende eines Einsatzes muss sich aber weniger an einem Datum, sondern vielmehr an bestimmten Zielen orientieren, die als Voraussetzung dafür erreicht werden
müssen. Hingegen spielt ein einzig an einem Datum festgemachtes Ende einer Mission nur den Friedensgegnern in die Hände, die dann den Abzug der militärischen Kräfte nur abwarten müssten.

Eine Rückzugsplanung, die die oben genannten Kriterien erfüllt, würde seitens der GKS begrüßt.

3.  Ist die GKS für eine Reduzierung der militärischen Mittel zugunsten der Erhöhung ziviler Mittel in Afghanistan?

Es ist eine alte Forderung der GKS an Bundestag und Bundesregierung, den Einsatz militärischer Kräfte immer im Rahmen eines schlüssigen Gesamtkonzeptes zu betrachten. In einem solchen Gesamtkonzept ergänzen sich zivile und militärische Mittel je nach ihren spezifischen Fähigkeiten. In diesem Sinne werden die Ansätze nach einem ausgewogeneren Einsatz aller Möglichkeiten der vernetzten Sicherheit zur Gestaltung der Zukunft für das afghanische Volk klar begrüßt.

Berlin, 17.01.2010
Rüdiger Attermeyer, OTL
Bundesvorsitzender der GKS