Kolage BK 2017 3

Pressemitteilung

Die Erhöhung des Verteidigungsetats allein sichert nicht den Frieden

Donald Trumps Äußerungen zur Sinnhaftigkeit der Nato und das harsche Einfor-dern der Erfüllung des selbstgesteckten Ziels, die nationalen Verteidigungshaushalte auf 2% des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu erhöhen, hat bei den europäischen Nato-Partnern für heftige Diskussionen gesorgt.
Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) begrüßt die Überlegungen zur Erhöhung des Verteidigungshaushaltes. Viel zu lang schon halten die zur Verfügung gestellten Finanzmittel mit den aktuellen Aufgaben nicht Schritt. Die Anzahl von Krisen- und Kriegseinsätzen steigt und das Parlament schickt „seine“ Armee weltweit in Einsätze, für die oft die Ausrüstung und die Personalstärken nicht ausreichen. Es ist eine Frage der Verantwortung, die materiellen und personellen Voraussetzungen für die Einsätze zu schaffen, die Anpassung des Verteidigungshaushaltes an den Bedarf ist die logische Konsequenz daraus.
Allerdings ist bereits jetzt deutlich erkennbar, dass allein mit Geld die vorhandenen Probleme nicht gelöst werden können, schon gar nicht kurzfristig. Dafür braucht es einen langen Atem, eine verlässliche Entwicklungsperspektive und besonders eine gut austarierte Personalgewinnungs- und erhaltungsstrategie, die über die Legislaturperiode hinausgeht.
Vor allem aber gilt: Frieden ist keine eindimensionale Wirklichkeit, die sich allein mit militärischen Mitteln erzwingen ließe! Eine nachhaltige, erfolgversprechende und vor allem auch ethisch vertretbare Friedensstrategie reicht von der Konfliktprävention, über die Krisen- und Konfliktbewältigung bis hin zur Friedenskonsolidierung und Nachsorge. Hier ist das Zusammenwirken verschiedenster staatlicher und nichtstaatlicher Akteure gefragt, die ihre je eigenen Kompetenzen in einem vernetzten Ansatz koordiniert einbringen.
Die GKS fordert deshalb - wie schon seit Jahren - , die Diskussion nicht einäugig auf die Höhe des Verteidigungshaushaltes zu beschränken, sondern auch die Förderung der anderen wichtigen Akteure aus Entwicklungshilfe, Klimaschutz, Wirtschaftsförderung etc. mit in den Blick zu nehmen. In diesem Wirkzusammenhang ist der angestrebte Einsatz von 2% des BIP ein klarer Maßstab, für den sich ein internationales Werben lohnt!
Jeder im Rahmen eines vernetzten Ansatzes investierte Euro ist ein wichtiger Beitrag für den Frieden, die Sicherheit und die menschenwürdigen Lebensbedingungen bei uns, in Europa und weltweit.
Berlin, den 23.2.2017
Rüdiger Attermeyer, Oberst
Bundesvorsitzender der GKS